Lippenherpes kann durch Veränderungen in der Schwangerschaft häufiger auftreten

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Frauen sind während der Schwangerschaft aufgrund des vorübergehend geschwächten Immunsystems und hormoneller Umstellungen anfälliger für Lippenherpes. Zahlreiche Frauen tragen den sogenannten Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV Typ 1) bereits in sich. Nach einer früheren Ansteckung mit Lippenherpes (unreines Trinkglas, Küssen) wird der Erreger nicht vollständig durch das körpereigene Abwehrsystem zerstört. Vielmehr bleibt er im Körper in einer Art Ruhezustand. Durch eine Aktivierung und Vermehrung während einer Schwangerschaft treten die klassischen Symptome wieder auf. Dazu zählen Schwellungen und Bläschenbildung sowie Jucken und Brennen. 

Das Gefahrenrisiko für das Kind ist unterschiedlich

Die Beschwerden bei bereits früher infizierten Betroffenen treten nur in abgeschwächter Form aufgrund der gebildeten Antikörper auf. Lippenherpes können Sie wirksam mit Hausmitteln bekämpfen. Eine Behandlung der flüssigkeitsgefüllten Bläschen mit bewährten Hausmitteln wie Teebaumöl, Aloe Vera oder Zitronenmelisse kann zur Linderung der Symptome ausreichen. Im Rahmen einer englischen Studie wurde festgestellt, dass Teebaumöl genauso wirksam ist wie Lippensalbe mit dem Wirkstoff Acyclovir. Durch Hausmittel wird insbesondere eine mögliche Nebenwirkung durch chemische Therapiestoffe verhindert. Dies trägt in erhöhtem Maße zum Schutz des ungeborenen Kindes bei. Da die Antikörper auch bereits auf den Fötus übertragen sind, besteht für diesen keine Ansteckungsgefahr durch das Virus. Erhebliche Gefahren bestünden allerdings bei einer Ansteckung während der Schwangerschaft mit dem HSV Typ 2, dem Genitalherpes. Beim Geburtsvorgang könnte das Virus übertragen werden. Daher wird die Geburt vorsichtshalber per Kaiserschnitt durchgeführt. Gefahr besteht ebenso, wenn die Ansteckung mit Lippenherpes, HSV Typ 1, erstmalig während einer Schwangerschaft auftritt. In diesem Fall verfügt der Fötus noch nicht über schützende Abwehrstoffe.

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Gefahren durch eine erstmalige Infektion mit Lippenherpes während einer Schwangerschaft

Für die Schwangere sind Verlauf und Folgen ungefährlich. Außer den störenden Symptomen sind keine Komplikationen aufgrund der Schwangerschaft zu erwarten. Erstinfektionen verursachen allerdings einen längeren Verlauf, da die Antikörper erst gebildet werden müssen. Anders sieht es für das ungeborene Kind aus. Im Falle einer Übertragung der Viren während der Schwangerschaft können erhebliche Komplikationen wie Missbildungen auftreten. Ebenso kann es zu einer Fehlgeburt kommen. Laut einer Studie von Wissenschaftlern der Columbia Universität und dem Norwegischen Institute of Public Health, können Herpesviren während einer Schwangerschaft zum Autismus führen. Allerdings ist die Ansteckungsgefahr während einer Schwangerschaft bei Lippenherpes gering. Eine Infektion des Kindes mit Herpes findet nur zu 5 Prozent während der Schwangerschaft statt. Etwa 85 Prozent der Ansteckungen erfolgen während der Geburt, 10 Prozent in der Zeit danach. Zwischen der Ansteckung und dem Auftreten von Symptomen liegt etwa drei bis sieben Tage In Einzelfällen kann die Inkubationszeit länger dauern. Oftmals kündigt sich Lippenherpes durch bestimmte Veränderungen wie Spannungsgefühle oder Hautrötungen an. 

Diagnose, Behandlungs- und Vorsorgemöglichkeiten

Anhand der geschilderten Beschwerden und typischen Bläschenbildung ist eine Diagnose bei einer schwangeren Frau in der Regel einfach und zuverlässig. Eine Behandlung kann durch eine Stärkung des Immunsystems sowie Cremes oder Salben auf natürlicher Basis erfolgen. Das Auftupfen auf die Bläschen sollte ohne Hautkontakt mittels Watte stattfinden. Zur Vorbeugung einer Erstinfektion mit Lippenherpes dienen folgende Verhaltensweisen und Maßnahmen:

Stärkung des Immunsystems durch ausreichenden Schlaf, Vermeidung von Stress und eine vitaminreiche Ernährung. Auf übermäßige körperliche Anstrengungen verzichten.

Küssen vermeiden 

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Besondere Hygiene, zum Beispiel keine von anderen Personen bereits gebrauchten Gläser benutzen

Prophylaktische und therapeutische Impfstoffe gegen Lippenherpes befinden sich noch im experimentellen Stadium und sind noch nicht erhältlich. Bei frühen Anzeichen für einen erstmaligen Lippenherpes sollte bei einer bestehenden Schwangerschaft umgehend ein Arzt konsultiert werden.


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