Leopoldina-Symposium: Neuropsychiatric Disorders – From Gene to Complex Brain Function

Die wissenschaftlichen Ergebnisse des Genomforschungsnetzes werden auf dem Leopoldina Symposium im internationalen Kontext präsentiert. Führende Wissenschaftler mit ausgewiesener Expertise auf dem Gebiet der Erforschung neuropsychiatrischer/neurodegenerativer Krankheiten informieren auf dem Symposium über folgende Schwerpunkte:

• Special Lecture: Evolution
• Unipolar Depression
• Bipolar Disorder
• Schizophrenia
• Cognition / Neurodegeneration
• Translating Genotype into Phenotype
• Biostatistics / Computational Genomics
• New Technologies
• Genetic Imaging
• Functional / Animal Studies

Das Leopoldina Symposium richtet sich an alle interessierten Wissenschaftler und Kliniker dieser Themenschwerpunkte. Die Anzahl der Teilnehmer ist auf 250 Personen beschränkt.

Hintergrund:
Neuropsychiatrische Störungen zählen weltweit zu den Hauptursachen krankheitsbedingter Beeinträchtigung. Ihr Verlauf ist ganz überwiegend chronisch oder rezidivierend und mit erhöhter Sterblichkeit verbunden. Im Rahmen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Initiative des „Nationalen Genomforschungsnetzes NGFNplus“ hat das Integrierte Genom Forschungsnetz (IG) MooDS mit seinen 13 wissenschaftlichen Teilprojekten die systematische Aufklärung der ursächlichen Faktoren zum Ziel. „MooDS“ ist ein Akronym aus dem englischsprachigen Titel des Forschungsnetzes: „Systematic Investigation of the Molecular Causes of Major Mood Disorders and Schizophrenia“.

Im Zentrum von MooDS stehen genetische Untersuchungen, die mit dem Ziel durchgeführt werden, die verantwortlichen Gene systematisch auf molekularer Ebene zu identifizieren. Dazu werden genomweite Assoziationsuntersuchungen in großen Patientenkollektiven durchgeführt. Für die Auswertung der genomweiten Assoziationsdaten werden neue statistische Verfahren entwickelt und angewendet. Mit Hilfe bioinformatischer Verfahren werden Informationen über biologische Zusammenhänge in die Analyse einbezogen und die Aussagekraft der Untersuchungen zusätzlich verbessert. In einer diagnoseübergreifenden Datenbank werden detaillierte krankheitsbezogene Daten einer großen Zahl von Patienten zusammengeführt. Damit soll die Bedeutung von krankheitsassoziierten Genen für die klinische Ausprägung, den Krankheitsverlauf, das Ansprechen auf Medikamente und die langfristige Prognose untersucht werden.

Basierend auf den genetischen Befunden soll die Pathophysiologie der untersuchten Krankheiten systematisch aufgeklärt werden. Auf der experimentellen Ebene werden Interaktionspartner der involvierten Gene identifiziert und Einflüsse auf die Gen-Expression nachgewiesen. Tiermodelle und systembiologische Ansätze ermöglichen eine detaillierte Funktionsaufklärung. Die Bedeutung der krankheitsassoziierten Gene für Gehirnmorphologie und -funktion wird durch die Anwendung bildgebender Verfahren untersucht.

Kontakt:
Daniel Bayer
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0228/43302-261
Fax 0228/43302-279
Email: daniel.bayer@dzne.de
(idw, 06/2010)

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