Leonhard Klein-Preis 2010 geht nach Marburg und Erfurt

Die Preisträger haben ein neuartiges Operationsverfahren mit ultrakurzen Laserpulsen von der Dauer weniger hundert Femtosekunden entwickelt. Es kommt mittlerweile in der Augenchirurgie klinisch zum Einsatz. Der Femtosekunden-Laser erzeugt und komprimiert Laserlicht in sehr kurzen Laserimpulsen. Am Focus entsteht im Gewebe eine mikroskopisch kleine Gasblase, die eine Gewebsunterbrechung darstellt. So entsteht sukzessive eine Trennfläche, die man sich wie einen dichten Blasenteppich vorstellen kann.

Die Studien der Fehlsichtigkeitskorrektur mit dem Femtosekundenlaser wurden an der Augenklinik des HELIOS Klinikums Erfurt GmbH und den Universitäts-Augenkliniken in Marburg und Mainz in Zusammenarbeit mit Carl Zeiss Meditec durchgeführt. Bei dem neuen Verfahren, der „Femtosekunden Lentikel Extraktion (FLEx)“ wird der Laser zur Erzeugung von Schnitten im Inneren der Hornhaut genutzt. Aus der Hornhaut wird dann dieser „vorgeschnittene“ Gewebeanteil (sog. Lentikel) manuell entfernt – hierdurch wird die notwendige Refraktionsänderung der Hornhaut erreicht. Eine Verdampfung von Gewebe mit dem bisher genutzten Excimer-Laser ist damit überflüssig, sodass die gesamte Operation nur mit einem Gerät innerhalb kürzester Zeit vollzogen wird.

Das Verfahren, dass seit 2008 zugelassen ist, erfordert eine extrem präzise dreidimensionale Schnittführung und stabile Positionierung des Gerätes am Auge. Mittlerweile liegen von rund 2000 Augen die Ergebnisse für die Behandlung von Kurzsichtigkeit mit und ohne Stabsichtigkeit vor. Einen weiteren Entwicklungsschritt stellt die Kleinschnitt-FLEx dar, wobei eine höhere Stabilität und mehr Patientenkomfort entsteht. Gegenwärtig laufen Studien zur Behandlung der Weitsichtigkeit mittels FLEx.

Der Leonhard Klein Preis

Der Leonhard Klein Preis wird alljährlich für innovative, wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der mikrochirurgischen Instrumentenentwicklung und -anwendung international ausgeschrieben.

Die Leonhard Klein-Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Augenchirurgie wurde 1989 von dem Unternehmer Leonhard Klein und seiner Frau Lieselotte errichtet. Der Stifter gründete 1948 in Heidelberg die „Spezialwerkstätte für chirurgische Augeninstrumente zur Entwicklung innovativer Instrumente für Augenärzte“. Zur Erhaltung seines Lebenswerkes gaben die Eheleute Klein ihrer Stiftung den Zweck, die Augenchirurgie zu fördern.
(idw, 06/2010)

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