Lektion für Lektion zum Musikgenuss

Musik als solche wahrzunehmen, ist für Träger der Innenohrprothese Cochlea-Implantat (CI) nicht selbstverständlich: Häufig entsteht erst nach langjähriger Gewöhnung an die Hörhilfe aus dem Durcheinander an Geräuschen wieder ein Musikeindruck. Um diese Zeit zu verkürzen, hat die Universitäts-Hals-Nasen-Ohren-Klinik Heidelberg nun erstmals ein spezielles Übungsprogramm auf CD herausgegeben: Mit der „Heidelberger CI-Musik-Trainings-CD“ können CI-Träger ihre Musikwahrnehmung gezielt schulen. Dafür haben Künstler vom Theater und Orchester Heidelberg sowie die international erfolgreichen Musikerinnen Tabea Zimmermann und Alina Pogostkina zwei bekannte Volkslieder in verschiedenen Schwierigkeitsgraden vertont.

Die CD ist ab sofort erhältlich. Therapeutische Einrichtungen, Fachkliniken und Selbsthilfegruppen können sie kostenlos bei Diplom-Pädagoge Sascha Roder, Universitätsklinikum Heidelberg, CI-Rehabilitation, Im Neuenheimer Feld 400, 69120 Heidelberg oder per E-Mail unter sascha.roder@med.uni-heidelberg.de anfordern.

Träger eines Cochlea-Implantates müssen erst wieder Hören lernen

„Auch wenn der Weg zum Musik-Hören langes Üben und viel Geduld von CI-Trägern fordert, ist es fraglos ein lohnenswertes Ziel“, so Professor Dr. Peter K. Plinkert, Ärztlicher Direktor der HNO-Klinik. „Es ist uns daher umso wichtiger, Betroffenen dabei zu helfen, dieses Ziel zu erreichen.“ Das neue Übungsmedium ist bereits die dritte Trainings-CD der Heidelberger Klinik: Mit den ersten beiden Ausgaben können hörgeschädigte Menschen mit CI ihr Sprachverständnis verbessern. Denn anders als bei Hörgeräten muss das Hören mit dem Implantat, das Töne in elektrische Signale umwandelt und an das Innenohr weitergibt, erst wieder erlernt werden.

Das Gerüst des einmaligen Übungsprogramms bilden die beiden Volkslieder „Der Mond ist aufgegangen“ und „Sah ein Knab’ ein Röslein stehn“. Beide Stücke werden Schritt für Schritt musikalisch erschlossen: Den Einstieg erleichtern ein langsam gesprochener Text, Sologesänge in den Tonlagen Bass und Sopran sowie Instrumentalversionen mit Cello, Querflöte, Klavier oder Geige. Daraus ergeben sich im weiteren Verlauf verschiedene Kombinationen, bis beide Lieder schließlich zweistimmig und begleitet von mehreren Instrumenten vorgetragen werden.

„Auf diese Weise können sich CI-Träger langsam wieder an die Musik herantasten oder je nach eigenem Können in das Programm einsteigen“, erklärt Sascha Roder, Leiter der CI-Rehabilitation an der HNO-Klinik Heidelberg, der die Trainings-CDs konzipierte. Finanziell unterstützt wurde das Projekt von der Firma Cochlear Deutschland.

Am 3. März 2011 ist der „Tag des Hörens“

Die CD wird beim zweiten Heidelberger „Tag des Hörens“ am Donnerstag, den 3. März 2011, offiziell vorgestellt. Um 10 Uhr beginnt unter der Leitung der Universitäts-HNO-Klinik Heidelberg ein abwechslungsreiches Programm mit Kurzvorträgen, Lesungen, Musik, Führungen, Hörtests und zahlreichen Mitmach-Aktionen. Mit dabei sind das Deutsche Zentrum für Musiktherapieforschung e.V., SRH Kurpfalzkrankenhaus, Hör- und Sprachzentrum sowie SRH Fachkrankenhaus in Neckargemünd und das Theater und Orchester Heidelberg.

Der Eintritt ist frei, Vorträge und Lesungen werden in Schrift- oder Gebärdensprache übertragen. Zwischen den Veranstaltungsorten pendelt ein kostenloser Shuttle-Bus.

Ansprechpartner:
Universitätsklinikum Heidelberg
Hals-, Nasen-, Ohrenklinik
Dipl.-Päd. Sascha Roder M.A.
CI-Rehabilitation
Tel.: 06221 / 56 39507
E-Mail: sascha.roder@med.uni-heidelberg.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät
Heidelberg: Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 10.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 Departments, Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.600 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.

www.klinikum.uni-heidelberg.de

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

28 / 2011

TB

Scroll to Top