Leipziger Uni-Hämatologe zum Präsidenten des Worldwide Network for Blood & Marrow Transplantation gewählt

Für Niederwieser steht seine Wahl zum Präsidenten der WBMT in enger Verbindung mit den medizinischen und wissenschaftlichen Leistungen in Leipzig auf dem Gebiet des Blutkrebses und der Knochenmarktransplantationen. "Ich empfinde die Wahl zum Präsidenten als eine Anerkennung der Leipziger Aktivitäten im Bereich der Hämatologie und Onkologie weltweit und bin sehr stolz auf das Vertrauen, das die WBMT-Mitglieder mir mit dieser Wahl ausgesprochen haben", so der Hämatologe. Der Professor und sein Team hatten in den zurückliegenden Jahren zahlreiche neue Behandlungsmethoden entwickelt – darunter eine
Therapie, mit der auch über 60-jährige Blutkrebs-Patienten erfolgreich behandelt werden können sowie eine Methode, mit der man Spenderknochenmark, dessen Zellmerkmale zu weniger als 50 Prozent zum Patienten passen, so aufbereiten kann, dass dennoch eine Transplantation möglich ist.

Die WBMT ist eine Föderation von 17 internationalen Gesellschaften für Blutkrebs und Knochenmarktransplantation. Der im April 2009 mit Sitz in Bern (CH) gegründeten Organisation gehören 17 wissenschaftliche Gesellschaften mit insgesamt mehr als 10.000 Mitgliedern weltweit an. Ziel der WBMT ist es, die Stammzelltransplantationsaktivitäten weltweit zum Wohl der Patienten und Spender zu koordinieren und zu verbessern. Diesbezüglich haben die Gesell-schaften bereits vor der Gründung der WBMT erfolgreich zusammengearbeitet. "Allein 2006 konnten durch das Zusammenspiel der Gesellschaften mehr als 50.000 Stammzell-Transplantationen dokumentiert werden", bekräftigt Niederwieser. Darüber hinaus möchte die WBMT die Exzellenz in der Stammzelltransplantation und zellulären Therapie vorantreiben. "Dies soll vor allem durch medizinisch-wissenschaftliche sowie politische Arbeit erzielt werden. Etwa durch die Beratung der WHO-Weltgesundheitsorganisation wenn es darum geht, welche Maßnahmen notwendig sind, um die Stammzelltransplantation für jeden Patienten weltweit zu ermöglichen", sagt Niederwieser. "Wir beraten aber auch die UNO hinsichtlich weltweitem Export und Import von Zellen und Gewebe oder die EU-Kommission." Zudem zählten die Registrierung aller weltweiten Aktivitäten der Stammzelltransplantation, die Unterstützung von Zentren in Ländern mit begrenzten finanziellen Mitteln, die Lösung weltweiter Spenderfragen, die Akkreditierung von Transplantationszentren und das Erarbeiten von Leitlinien für die Stammzelltransplantation zu den Aufgaben der WBMT.

Prof. Niederwieser ist der erste Präsident der WBMT. Zeitgleich mit dem Antritt der WBMT-Präsidentschaft tritt Niederwieser als Präsident der EBMT, der Dachorganisation der Europäischen Blutkrebsforscher und Knochenmark-transplantationszentren, zurück. In das Amt war er 2005 für vier Jahre gewählt worden.
(idw, 03/2010)

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