Leibniz-Gemeinschaft verabschiedet Verhaltenskodex zur Biosicherheit

Rasant zunehmende Erkenntnisse über biologische Systeme bieten der Menschheit wichtige Vorteile in Forschung und Entwicklung. Dies trifft auf die Grundlagenforschung sowie die angewandte biomedizinische und biotechnologische Wissenschaft zu. Die Möglichkeit, das wachsende Fachwissen für friedliche oder nicht-friedliche Ziele zu nutzen, überträgt Wissenschaftlern und anderen in den Lebenswissenschaften Tätigen, die über biologische Ressourcen verfügen, eine hohe Verantwortlichkeit.

Diese Verantwortung betrifft u.a. ihre wachsende Rolle in der Implementierung der Biowaffenkonvention (Biological and Toxin Weapons Convention, BTWC). Ziel des Verhaltenskodexes für Biosicherheit ist es, Leibniz-Einrichtungen, die mit mikrobiologischen Ressourcen umgehen oder solche vorhalten, davor zu bewahren, direkt oder indirekt zum Missbrauch von biologischen Agenzien und Toxinen beizutragen. Dies schließt die Entwicklung oder Produktion biologischer Waffen ein.

Viele Leibniz-Einrichtungen gehen in besonders hohem Maße mit mikrobiologischen Ressourcen um. Sie haben den Auftrag der Sammlung und kontrollierten Weitergabe potentiell gefährlicher Bioressourcen. Die Einrichtungen erkennen den Verhaltenskodex für Biosicherheit an und sind sich ihrer spezifischen und essentiellen Schlüsselrolle in der international wichtigen biotechnologischen Infrastruktur bewusst: Sie stellen der weltweiten wissenschaftlichen und industriellen Öffentlichkeit authentisches biologisches Material, fachliche Information sowie Service für Forschung, Anwendung und Lehre zur Verfügung.

Der Verhaltenskodex betrifft unter anderem die Verbesserung des Biorisiko-Managements, die Bewusstseinsbildung aller Beteiligten, die Berichterstattung über Missbrauchsfälle sowie Exportkontroll- und Schutzmaßnahmen.

Der von der Leibniz-Gemeinschaft verabschiedete Verhaltenskodex für Biosicherheit steht auf der Leibniz-Website zum Download zur Verfügung:

Pressekontakt für die Leibniz-Gemeinschaft

Christian Walther
Tel.: 030 / 20 60 49 – 42
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Christoph Herbort-von Loeper
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Die Leibniz-Gemeinschaft

Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 86 selbständige Forschungseinrichtungen. Deren Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Sie unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Institute pflegen intensive Kooperationen mit den Hochschulen – u.a. in Form der WissenschaftsCampi -, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem maßstabsetzenden transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 16.500 Personen, darunter 7.700 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei 1,4 Milliarden Euro.

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