Lehrpreis für Pathologie-Tandem

Neben der Pharmakologie ist die Pathologie der größte Brocken im 5. Fachsemester des Medizinstudiums in Jena. Die angehenden Ärzte lernen, warum und wie sich Zellen, Gewebe und Organe bei Krankheiten verändern. Im Histologiekurs erhält dazu jeder Student einen Holzkasten mit Gewebeschnitten auf empfindlichen Glas-Objektträgern, die er begleitend zur Präsentation des Dozenten unter dem Mikroskop betrachten kann. Seit dem letzten Wintersemester gibt es den Histokasten nun auch in digitaler Form. „Wir haben die gesamten mikroskopischen Präparate digitalisiert und mit ausführlichen Erläuterungen online verfügbar gemacht“, so der Medizinstudent Marcus Welther.

Der digitale Histokasten ist nicht nur zeitgemäßes Lehrmaterial für Selbststudium und Wiederholung, sondern wird auch im Kurs eingesetzt. „Im digitalen Bild kann man charakteristische Strukturen markieren, die dann alle am selben Präparat sehen“ erklärt PD Dr. Bernd Romeike. „Die digitalen Präparate sind auch viel besser verfügbar und können jederzeit und überall mit einem üblichen Internetzugang betrachtet werden. Nicht zuletzt für Studierende mit Kind ist das eine ganz erhebliche Erleichterung.“ Der Neuropathologe absolviert ein berufsbegleitendes Masterstudium in Medizindidaktik und beschäftigt sich speziell mit der Didaktik im Fach Pathologie. Im kommenden Semester will er im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie testen, ob die Studenten mit dem digitalen Histokasten auch genauso gut lernen können wie mit dem hölzernen. Obwohl eigentlich naheliegend, steht der Beweis dafür nämlich noch aus.

Sehr gut angenommen wird das Lehrangebot jetzt schon; von den Vorschlägen für den Lehrpreis der Fachschaft machte der digitale Pathologie-Histokasten eindeutig das Rennen in der Online-Abstimmung. „Uns gefiel besonders, dass das Projekt von einem Studenten und einem Dozenten zusammen realisiert wurde“, betont Hannah Wachter vom Fachschaftsrat.

Der nach dem ersten Dekan der Medizinischen Fakultät an der Universität Jena, Janus Cornarius, benannte Preis wurde in diesem Jahr zum sechsten Mal vergeben. Er ist mit 500 Euro dotiert, die der Förderverein des Universitätsklinikums zur Verfügung stellt. Das Preisgeld, da sind sich die beiden Gewinner einig, wird in Lehrmittel für die studentische Ausbildung am Uniklinikum investiert.

Kontakt:
PD Dr. Bernd Romeike, Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Jena, Tel. 03641/9324755, E-Mail: bernd.romeikemed.uni-jena.de
Fachschaft Medizin, Tel. 03641/9396020, E-Mail: fachschaftsratmed.uni-jena.de

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