Akute Lebensgefahr bei jedem Schlaganfall – Notarztruf überlebenswichtig

Die Symptome eines Schlaganfalls zu kennen, ist das eine. Richtig auf die Symptome eines Schlaganfalls zu reagieren und sofort den Rettungsdienst zu alarmieren, ist das andere. – Nach den Ergebnissen einer europäischen Studie zum Wissen der Bevölkerung über Schlaganfall (1) erkannten 40 Prozent der dort Befragten die wichtigsten Symptome wie undeutliche Sprache, Lähmungserscheinungen, nach einer Seite hängendes Gesicht, Schwindelgefühle, plötzliche Verwirrtheit und die Neigung, auf eine Seite zu fallen.(2)

Bei jedem Verdacht auf Schlaganfall sofort Notarzt rufen

Doch wird auf die Erkenntnis „Es handelt sich um einen Schlaganfall“ auch die richtige Massnahme eingeleitet? Leider nein! Zu selten folgt der richtigen Erkenntnis die richtige Massnahme. Vor allem in Deutschland ist die Abweichung zwischen Symptom- und Handlungswissen erschreckend hoch. So raten 28 Prozent der Deutschen den Betroffenen, Tee oder einen Schluck Wasser zu trinken, sich ins Bett zu legen oder abzuwarten. Dr. med. Markus Feufel von der Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin an der Charite Universitätsmedizin Berlin und assoziierter Mitarbeiter am Harding Zentrum für Risikokompetenz: „Die einzig richtige Entscheidung ist aber, sofort den Notarzt zu rufen, da es sich um einen Schlaganfall handeln könnte!“

Anzeichen eines Schlaganfalls –> sofort den Notarzt rufen!

  • undeutliche Sprache

  • Lähmungserscheinungen
  • nach einer Seite hängendes Gesicht
  • Schwindelgefühle
  • plötzliche Verwirrtheit
  • Sehstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Neigung, auf eine Seite zu fallen

Quelle: Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe

Auch die Infografiken wurden uns von der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe zur Verfügung gestellt.

Bei Schlaganfall zählt jede Sekunde – „Time is brain“

Bei einem Schlaganfall zählt jede Sekunde! Denn bei einem Schlaganfall werden im Schnitt 1,2 Milliarden Nervenzellen (Neuronen) im Gehirn unwiederbringlich zerstört. Das entspricht einer beschleunigten Alterung von 36 Jahren in nur wenigen Stunden. Ein Schlaganfall ist zudem der häufigste Grund für dauerhafte Pflegebedürftigkeit. Prof. Dr. med. Matthias Endres von der Charite Berlin: „Daher heißt es ,,Time is brain“: Je schneller ein Schlaganfallpatient behandelt wird, desto größer ist die Überlebenschance und umso geringer sind die bleibenden Schäden.“ Jeder Schlaganfall bedeutet also akute Lebensgefahr. Nur durch sofortiges und richtiges Handeln kann daher dem Betroffenen eine bestmögliche Perspektive gewährt werden. Prof. Dr. med. Matthias Endres: „Je mehr Zeit vergeht, ehe die 112 gewählt und der Notarzt gerufen wird, desto mehr Hirnzellen gehen dauerhaft verloren.“ Bestmögliche Voraussetzungen bieten die zurzeit 231 von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zertifizierten Stroke Units im Bundesgebiet.

 

Quelle: Die Infografik wurde uns von der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe zur Verfügung gestellt.

Dem Großteil, etwa 83 Prozent, der Schlaganfälle liegt eine Mangeldurchblutung, lschämie, zugrunde. Sie ist meist die Folge einer Embolie, die durch ein Blutgerinnsel hervorgerufen wird. Daher ist es von enormer Bedeutung in der Schlaganfallprävention, das Risiko von Thromboembolien nach Möglichkeit zu reduzieren. Nur innerhalb der ersten circa 4-5 Stunden nach Entstehung des Schlaganfalls kann ein Blutgerinnsel mittels der sogenannten Lyse aufgelöst werden. Damit kann die Durchblutung der betroffenen Gefäße wiederhergestellt werden.

 


Axel Schulz (Ex-Boxprofi und Promoter der Aktion „Rote Karte dem Schlaganfall“), Dr. Markus Wagner (Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe), Dr. med. Markus Feufel u. Prof. Dr. med. Matthias Endres (beide Charite Universitätsmedizin Berlin) sind sich einig: bei Verdacht auf Schlaganfall sofort den Notarzt rufen! (v.l.n.r.; Foto MEDIZIN ASPEKTE, J. Wolff)

Aufklärungskampagne „Rote Karte dem Schlaganfall“

Die bundesweite Aufklärungskampagne „Rote Karte dem Schlaganfall“ klärt auch in diesem Jahr über die Risiken von Schlaganfällen auf. Die Aufklärungskampagne „Rote Karte dem Schlaganfall“ geht jetzt ins dritte Jahr. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern Deutsche Sporthochschule Köln und Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe vermittelt die von Bayer HealthCare ins Leben gerufene Initiative Hintergrundwissen zum Schlaganfall und bietet praktische Tipps, um das Risiko zu reduzieren, einen Schlaganfall zu erleiden. Viele Betroffene, Angehörige und Interessierte nutzten seitdem das umfangreiche Angebot: Mit einem breitgefächerten Portfolio und einem eigens eingerichteten Online-Portal klärt die Kampagne vielseitig und verständlich über Risikofaktoren auf.

Aufklärungskampagne „Rote Karte dem Schlaganfall“  – Informieren leicht gemacht

Wer sich zum Thema Schlaganfall informieren möchte, ist auf der Kampagnen-Website von „Rote Karte dem Schlaganfall“ goldrichtig.

  • Die ständigen Inhalte der Website bieten Wissenswertes rund um den Schlaganfall.
  • Im Video-Magazin „Rote-Karte-bewegt“ gibt es jeden Monat einen neuen Beitrag von Prominenten und Experten zum Schlaganfall.
  • Gesprächsbedarf? Regelmäßig stehen Kardiologen und Neurologen am Telefon für die Fragen der Anrufer zur Verfügung. Der nächste Termin ist natürlich auf der Kampagnenwebsite zu finden.
  • Immer auf dem neuesten Stand: Wann und wo die „Rote Karte“ mit ihrem Messestand anzutreffen ist, ist ebenso hier zu finden.
  • Sämtliche Broschüren können kostenlos bestellt werden und stehen auch zum Download bereit. Die Videos der Bewegungsprogramme können einfach online abgerufen werden.

weitere Informationen

Quelle:

  1. Repräsentative Studie in 9 europäischen Ländern zum Thema Schlaganfalllwissen in Europa; Mata, Frank & Giegerenzer (2014), Health Expectations
  2. Presseinformation des Max-PIanck-lnstituts für Bildungsforschung vom 10.09.2013: ,,Übersicht, wie viel Prozent der Bevölkerung ein Schlaganfall-Symptom erkannt haben“).
  3. Pressekonferenz zur Aufklärungskampagne
    „Rote Karte dem Schlaganfall“ – Auf ins dritte Jahr
    1. April 2014, Berlin

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