Lebensbedrohliche Zustände erfolgreich abwenden

„Betroffene Patientinnen und Patienten im kardiogenen Schock – z. B. nach einem schwerem Herzinfarkt oder mit *therapierefraktärem Lungenversagen – können mit ECMO überbrückend stabilisiert und einer spezialisierten Therapie zugeführt werden. So ist es uns häufig möglich, die ansonsten tödlich verlaufenden Organfunktionsstörungen zu behandeln“, erläutert Professor Liebold.

Die Herzchirurgen auf dem Oberen Eselsberg waren die ersten, die die ECMO-Therapie seit 2011 am Universitätsklinikum Ulm einsetzten und weiter entwickelten. Dass sich diese hochspezialisierte apparative Behandlung zu einer etablierten Therapie entwickeln konnte, ist vor allem der Erfahrung und engen Kooperation der beteiligten Spezialisten zu verdanken. Zum ECMO-Team gehören neben den Herzchirurgen, die über das nötige operative Know-how am Herzen und den großen Gefäßen verfügen, die Kardiotechniker, die ihre Erfahrung aus dem täglichen Umgang mit der extrakorporalen Technologie einbringen, die Intensivmediziner, die das Management der komplexen Krankheitsbilder auf der Intensivstation (insbesondere eine differenzierte Beatmungstherapie) beherrschen, und nicht zuletzt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Intensivpflege, die die herausfordernde pflegerische Betreuung der Patienten in diesem hochtechnischen Umfeld leisten.

Die Komplexität der ECMO-Behandlung und die steigende Behandlungsfrequenz verlangen eine Bündelung der Expertise an einem Standort. So beschloss der Vorstand des Universitätsklinikums, die ECMO-Verfahren am Zentrum für Chirurgie auf der gemeinsamen herzchirurgisch-kardioanästhesiologischen Intensivstation (Leiter: Prof. Dr. Karl Träger) zu konzentrieren. „Das war eine gute Entscheidung, da hier gleichzeitig alle Möglichkeiten für eine weiterführende Therapie wie beispielsweise die differenzierte Beatmungsentwöhnung, eine mechanische Kreislaufunterstützung oder auch eine Kunstherzoption vorgehalten werden“, erläutert der Ärztliche Direktor Professor Liebold.

Das Altersspektrum der behandelten Patienten sei sehr breit und reiche von 3 bis zu 84 Jahren. „Wir behandeln nicht nur Betroffene aus dem Bereich der Herzchirurgie, sondern auch Patientinnen und Patienten aus anderen Bereichen unseres Klinikums sowie aus externen Kliniken“, so Professor Karl Träger. Er fügt hinzu: „Auch die Verbringung von ansonsten nicht transportfähigen Patienten im Herz- und/oder Lungenversagen aus zuweisenden Kliniken in die Ulmer Universitätsmedizin kann mit Hilfe des ECMO-Teams sicher begleitet werden.“

Die beteiligten Mediziner sind sich einig: Mit der Etablierung der ECMO-Therapie wurde eine wichtige Versorgungslücke am Universitätsklinikum geschlossen. Die Ulmer Universitätsmedizin garantiert den im Einzugsbereich liegenden Kliniken bei Erfordernis eine zeitnahe und reibungslose Patientenübernahme für solche spezialisierte Behandlungen anbieten zu können. „Wir sehen uns in der Klinik für Herzchirurgie und der Abteilung Kardioanästhesiologie mit ihrem interdisziplinären ECMO-Team für diese Aufgabe bestens gerüstet“, bekräftigt Professor Liebold.

*Therapierefraktär: nicht ansprechend auf eine Therapie bzw. mit üblichen Mitteln nicht therapierbar.

Das Foto zeigt von links:
Peter Benz, Stationsleiter Kardiochirurgische Intensivstation; Prof. Dr. Andreas Liebold, Ärztlicher Direktor der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie; Günter Albrecht, Leitender Kardiotechniker (mit ECMO-Gerät); Martina Scharlau, Fachkrankenschwester für Intensivpflege, Kardiochirurgische Intensivstation; Prof. Dr. Karl Träger, Bereichsleiter Kardiochirurgische Intensivstation.

Gerne vermitteln wir Ihnen Gesprächspartner: Bitte nehmen Sie Kontakt zu Jörg Portius, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Universitätsklinikum Ulm, unter der Rufnummer 0731 500-43043 auf.

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