Lebendige Folklore

(djd). Musik, Tanz und Brauchtumspflege prägen die Identität eines Volkes über alle Generationen hinweg. Das gilt seit jeher ganz besonders für die Sorben, die als alteingesessene slawische Minderheit in der Lausitz beheimatet sind und dort ihre kulturelle Eigenständigkeit bis heute bewahren konnten. Derzeit leben in der Oberlausitz zwischen Bautzen und Weißwasser etwa 40.000 Sorben, in der Niederlausitz im Spreewald und um Cottbus noch etwa 20.000. Umfassende Informationen zu Sorben/Wenden gibt es unter http://www.tourismus-sorben.com. Dort findet man auch einen Hinweis auf das VII. Internationale Dudelsackfestival in der Lausitz, das am 21. und 22. Juni 2014 in der sorbischen Ortschaft Schleife stattfindet.

200 Mitwirkende beim VII. Dudelsackfestival

Der Ziegenbalg-Dudelsack der Sorben verkörpert die kulturellen Wurzeln klanglich – er hält altes Liedgut wach und weckt neues Interesse bei jungen Musikanten. Das sorbische Kirchspiel Schleife ist die einzige Region in Deutschland, in der das Spiel auf dem sorbischen Dudelsack seit Jahrhunderten bis heute ununterbrochen gepflegt wird. Grenzen kennt der Dudelsack ohnehin nicht, gehört er doch zu den frühesten Instrumenten, die in Europa verbreitet waren. Wenn das alle vier Jahre stattfindende Festival in Schleife die verschiedenen nationalen Dudelsack-Spielarten und die prachtvollen Trachten der Spieler und Tänzer zusammenbringt, ist das auch ein Stück Musikgeschichte. Am 21. und 22. Juni 2014 kann man feststellen, dass Folklore nichts Verstaubtes ist, sondern etwas höchst Lebendiges. Unter http://www.dudelsackfestival-schleife.com gibt es alle Informationen zum Festival. Etwa 200 nationale und internationale Dudelsackspieler, Ensembles und Folkloregruppen werden dann auf zwei Bühnen ihre Musik zu Tanz und Gesang darbieten. Beim Konzert am Samstagabend beweisen beispielsweise die „PowerPipes“ aus Österreich, dass der Dudelsack auch spektakulär für Rockmusik als Kombination aus einer „Great Highland Bagpipe“ und lebendigem, starkem Gesang geeignet ist.

Seit Jahrhunderten mit dem sorbischen Brauchtum verbunden

In der Lausitz ist das Spiel auf dem Dudelsack seit vielen Jahrhunderten fest mit dem Brauchtum der hier lebenden sorbischen Bevölkerung verbunden. Zu unterschiedlichsten Anlässen wurde auf einem Dudelsack gespielt, der dem sogenannten polnischen Bock ähnelt. Bei diesem sind die Schalltrichter aus Rindshörnern nach außen gekrümmt, der Luftsack besteht aus dem weißen Fell einer ganzen Ziege. Die sorbischen Dudelsäcke entwickelten sich parallel zu den deutschen Sackpfeifentypen – Kurfürst Friedrich August III. bezeichnete die Lausitz sogar als das „Stammland der Dudelsäcke.“ Während im 20. Jahrhundert auch in der sorbischen Lausitz die Dudelsackmusik von Blasmusikkapellen zum großen Teil verdrängt wurde, passierte dies im Kirchspiel Schleife nicht. Hier wurde das Dudelsackspiel in Verbindung mit der kleinen dreisaitigen Geige fast ununterbrochen gepflegt. Vor allem anlässlich von Hochzeiten kam der Dudelsack zum Einsatz.

Das Reiseziel in Kürze:

Gelebte Tradition

(djd). Die Minderheit der Sorben in der Lausitz sieht sich als Bewahrer einer gelebten Tradition, Sprache und Kultur. Der Ziegenbalg-Dudelsack der Sorben verkörpert diese Wurzeln klanglich – er hält altes Liedgut wach und weckt neues Interesse bei jungen Musikanten. Das sorbische Kirchspiel Schleife ist die einzige Region in Deutschland, in der das Spiel auf dem sorbischen Dudelsack seit Jahrhunderten bis heute ununterbrochen gepflegt wird. Wenn das alle vier Jahre stattfindende Festival die verschiedenen nationalen Dudelsack-Spielarten und die prachtvollen Trachten der Spieler und Tänzer zusammenbringt, ist das auch ein Stück Musikgeschichte. In Schleife kann man am 21. und 22. Juni 2014 feststellen, dass Folklore nichts Verstaubtes ist, sondern etwas höchst Lebendiges. Unter http://www.dudelsackfestival-schleife.com gibt es alle Informationen zum Festival.

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