Leben nach Brustkrebs: Übergewicht begünstigt Bluthochdruck, Untergewicht Osteoporose

Am UKE leiteten Prof. Dr. Dieter Flesch-Janys und Dr. Nadia Obi vom Hubertus Wald Tumorzentrum – Universitäres Cancer Center Hamburg (UCCH) die Studie. Für ihre Untersuchungen wertete die Forschergruppe die Daten von 2542 Brustkrebs-Patientinnen zwischen 50 und 74 Jahren aus, die an der sogenannten Mammakarzinom-Risikofaktoren-Erhebung (MARIEplus) Nachfolgestudie teilgenommen hatten. Die Patientinnen wurden über ihren Gesundheitszustand vor und nach der Diagnose Brustkrebs befragt. Demographische Informationen, Lifestyle-Faktoren, die Art der medikamentösen Rückfallvorbeugung sowie der Bildungsstatus der Patientinnen wurden ebenso erfasst.

„Die Daten bestätigen, dass bekannte Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie das Übergewicht auch eine wichtige Rolle bei Brustkrebs-Langzeitüberlebenden fünf Jahre nach Diagnose spielen“, erläutert Prof. Flesch-Janys. „Frauen mit höherem Bildungsstatus litten seltener an Bluthochdruck als weniger gebildete Patientinnen, ältere oder übergewichtige Frauen dagegen häufiger als jüngere oder normalgewichtige.“ Weitere Ergebnisse: Bei Patientinnen, die zur Rückfallvorbeugung das Mittel Trastuzumab erhielten, wurde häufiger Bluthochdruck diagnostiziert als bei Patientinnen, die dieses Mittel nicht einnahmen. Und Frauen mit einem geringeren Körpergewicht entwickelten eher Osteoporose als übergewichtige Frauen. Prof. Flesch-Janys: „Außerdem bestätigen die Resultate frühere Forschungsergebnisse, dass die Behandlung mit sogenannten Aromatase-Inhibitoren die Entstehung von Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen kann.“ Aromatase-Inhibitoren werden üblicherweise eingesetzt, um das Wiederauftreten von Krebs bei Frauen nach den Wechseljahren zu verhindern.

„Die Reduzierung des Übergewichts sowie regelmäßige sportliche Bewegung wie zum Beispiel Radfahren können älteren, übergewichtigen Patientinnen helfen, das Auftreten von neuen Begleiterkrankungen nach erfolgreicher Brustkrebstherapie zu verhindern.“, sagt Dr. Nadia Obi. „Außerdem sollten Patientinnen in der Nachsorgetherapie engmaschig kontrolliert werden. Zum Beispiel lässt sich das Risiko von Osteoporose bei untergewichtigen Patientinnen durch die Gabe von sogenannten Bisphosphonaten minimieren.“

Literatur:
Obi, N. et al. (2014). Determinants of newly diagnosed comorbidities among breast cancer survivors, Journal of Cancer Survivorship: Research und Practice
DOI 10.1007/s11764-013-0338-y

Kontakt:
Prof. Dr. Dieter Flesch-Janys, Dr. Nadia Obi
Krebsepidemiologie und Klinisches Krebsregister
Hubertus Wald Tumorzentrum – Universitäres Cancer Center Hamburg (UCCH)
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistr. 52
20246 Hamburg
Telefon: (040) 7410-58224
E-Mail: flesch@uke.de; n.obi@uke.de

Scroll to Top