Leben mit Psoriasis: Wenn Haut und Seele leiden

Die Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt, gehört zu den häufigsten Hautkrankheiten: Weltweit leiden rund 125 Millionen Menschen an der nicht ansteckenden, chronisch-entzündlichen Erkrankung, in Deutschland sind es knapp zwei Millionen. Schon die körperlichen Symptome wie rote, erhabene Hautstellen, die von silbrigen Schuppen überzogen sind und heftig jucken können, machen den Betroffenen schwer zu schaffen. Doch das ist nicht alles: Eine neue Studie belegt, dass die psychischen Leiden der Erkrankten in den meisten Fällen mindestens genauso schwerwiegend sind.

Psoriasis: Seelische Belastung ist hoch

Der Arzneimittelhersteller Novartis hat für die Studie mehr als 8.300 Schuppenflechte-Patienten aus aller Welt zu ihrem Alltag mit der Krankheit befragen lassen – Frauen und Männer waren gleich stark vertreten. 454 Studienteilnehmer kamen aus Deutschland, das Durchschnittsalter der Befragten lag bei rund 46 Jahren. Die Umfrageteilnehmer leiden an einer mittelschweren bis schweren Ausprägung der Krankheit: Der sogenannte Psoriasis Area Severity Index unterteilt die Psoriasis in verschiedene Schuppenflechte-Schweregrade.

Die Studie mit dem Namen „Clear about Psoriasis“ knüpft an eine Resolution der Weltgesundheitsorganisation WHO an. Darin wird gefordert, die Schuppenflechte als globales Problem anzuerkennen und die Stigmatisierung der Erkrankten nach Möglichkeit zu unterbinden. Gleichzeitig verfolgt die Studie das Ziel, folgende Fragen zu klären: Welchen Stellenwert hat eine symptomfreie Haut im Leben der Erkrankten? Mit welchen psychosozialen Folgen von Diskriminierung haben die Patienten tagtäglich zu kämpfen? Welche Hoffnungen verknüpfen die Betroffenen mit der Behandlung ihrer Krankheit?

Die Ergebnisse der Studie verdeutlichten den psychischen Aspekt der Krankheit: 38 Prozent aller befragten Patienten leiden zusätzlich an Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen.

 

Psoriasis macht auch die Seele krank

Leidensdruck im Alltag

82 Prozent aller befragten Psoriasis-Patienten mussten im Laufe ihrer Krankheit schon erhebliche Diskriminierungen durch andere erleben. 41 Prozent wurden zum Beispiel gefragt, ob sie ansteckend seien, etwa 35 Prozent angestarrt und 17 Prozent aufgrund ihrer Krankheit sogar ein Handschlag verweigert. Ein Großteil aller Betroffenen bekundet, sich durch die Krankheit weniger attraktiv zu fühlen, 38 Prozent schämten sich für ihr Aussehen. Auch intime Beziehungen leiden in vielen Fällen unter der Krankheit.

Negative Auswirkungen auf das Berufsleben empfinden 55 Prozent der Befragten, jeder Fünfte befürchtet sogar einen Arbeitsplatzverlust.

Große Hoffnungen auf eine Heilung machte sich nur der kleinere Teil der Studienteilnehmer. Die Mehrheit geht nicht davon aus, dass ihre Haut irgendwann keine Symptome mehr zeigen wird. Dabei gilt Schuppenflechte als gut therapierbar, der Weg zu einer effektiven Behandlung ist allerdings oft ein langer.

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