Leben kann man nicht alleine: Die Körpermikroben von Mensch, Tier und Pflanze

Ladenburg und Bremen, 8. November 2016

Wer bei „Symbionten“ oder „Holobionten“ an Kreaturen aus den Horror-Laboren Hollywoods denkt, liegt falsch. Jeder Mensch ist ein Holobiont, ein „ganzheitliches Lebewesen“, und lebt tagein, tagaus mit zahllosen Symbionten, also, wechselseitig voneinander profitierenden Lebewesen, zusammen – so die Erkenntnis einer weitgehend unbemerkten Gruppe von Mikrobiologen. Sie schicken sich an, unser biologisches Weltbild zu revolutionieren. Bislang waren Mikroben eher als Parasiten und Krankheitserreger verrufen. Mikrobiologen richten nun ihren Blick zunehmend auf die lebensnotwendige Bedeutung symbiotischer Gemeinschaften. In ihren Augen sind Lebewesen Superorganismen und stellen einen eigenen Lebensraum dar.

Denn Organismen – ob Mensch, Tier oder Pflanze – sind keine Einzelwesen oder Individuen, sondern setzen sich aus einem großen Wirt und einer spezifischen Gemeinschaft mit vielen kleinen und kleinsten Partnerorganismen zusammen. „Mithilfe modernster molekularbiologischer Methoden wird der Vorhang für ein Schauspiel gelüftet, in dem die allgegenwärtigen Mikroben eine Hauptrolle spielen“, sagt der Wissenschaftspublizist Bernhard Kegel. „Es handelt aber weniger von Krankheit und Tod als von Gesundheit, Kooperation und Arbeitsteilung.“ Kegel liest aus seinem aktuellen Buch „Die Herrscher der Welt“ und spricht über die zentrale Bedeutung und Auswirkungen dieser neuen Erkenntnisse auf unser tägliches Leben.

Zur Person: Der Wissenschaftspublizist und Schriftsteller Dr. Bernhard Kegel studierte an der Freien Universität Berlin Chemie und Biologie. In seiner Dissertation (1991) untersuchte er den Einfluss von Herbiziden auf Gliederfüßer. Er veröffentlichte mehrere erfolgreiche Sachbücher und Romane, in denen er aktuelle gesellschaftsrelevante Fragen, etwa zur Epigenetik oder dem Plagiatismus bei Forschern, anhand wissenschaftlicher Fakten erläutert. Kegel erhielt mehrere Auszeichnungen, so 1997 den Erwin-Strittmatter-Preis und 2001 den Werner und Inge Grüter-Preis für Wissenschaftsvermittlung.

Rückfragen bitte an:
Dr. Johannes Schnurr
Pressesprecher
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