Laufbahnen für die Altenpflege entwickelt

Wie können ältere Menschen länger in der Altenpflege arbeiten? Dieser Frage gingen am Freitag, 25. Oktober 2013, die Projektpartner von „KoLaGe – Kompetenzbasierte Laufbahngestaltung in der Pflege“ bei ihrem zweiten Verbundtreffen nach. Im Fokus von KoLaGe steht die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Altenpflege. Zusammen mit der Universität Vechta (Institut für Gerontologie) haben die Projektpartner AWO Wohnen & Pflegen Weser-Ems, Bremer Heimpflege – eine hundertprozentige Tochter der Bremer Heimstiftung – und Paritätischer Verein Heidekreis e.V. innovative Laufbahnen für ambulante und stationäre Alteneinrichtungen entwickelt. Diese bauen auf den besonderen Kompetenzen berufserfahrener Pflegekräfte auf und sollen ein alternsgerechtes Arbeiten ermöglichen. Das Verbundprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Sozialfonds der Europäischen Union (BMBF/ESF/EU) im Zeitraum von 2012-2015 mit einer Gesamtsumme von rund 1,2 Millionen Euro gefördert.

Die Bandbreite der entwickelten Laufbahnen reicht von speziellen Pflegeaufgaben, z. B. in der Betreuung von Demenzkranken, über Beratungs- und Planungstätigkeiten in der Pflege, z. B. im Wundmanagement, bis hin zu organisatorischen Tätigkeiten, z. B. in der Verwaltung des Pflegematerials. In die Entwicklung flossen die Erfahrungen und Ideen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Leitungskräfte der Modelleinrichtungen sowie die Ergebnisse einer umfangreichen wissenschaftlichen Tätigkeitsanalyse ein. Die alternsgerechten Laufbahnen wurden vor kurzem in sieben stationären bzw. ambulanten Modelleinrichtungen im Oldenburger Land, in Bremen und im Heidekreis eingeführt.

Anlässlich der Einführung trafen sich die Mitglieder des Verbundprojekts, um erste Erfahrungen auszutauschen und über die entwickelten Laufbahnpositionen zu diskutieren. Im Mittelpunkt der von Prof. Dr. Frerich Frerichs moderierten Diskussion standen Fragen, die vor der Umsetzung jeder einzelnen Laufbahnposition geklärt werden mussten: Wie können die Personen ausgewählt und auf welche Kompetenzen kann zurückgegriffen werden? Sind zusätzliche Qualifizierungen erforderlich? Wie viel Zeit kann den Pflegekräften für die jeweilige Tätigkeit zur Verfügung gestellt werden?

Auf dem Verbundtreffen erfolgte zugleich der Startschuss für die 2. Phase des Projektes. Im Rahmen einer einjährigen Umsetzungsphase soll geprüft werden, ob die neuen Laufbahnen tatsächlich entlastend für die betreffenden Pflegekräfte sind und wie sich das Tätigkeitsfeld der anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verändert. Die Umsetzungsphase wird von der Universität Vechta kontinuierlich wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Die Ergebnisse des Projekts sollen auch anderen Altenpflegeeinrichtungen helfen, sich mit innovativer Laufbahngestaltung im Wettbewerb um Altenpflegekräfte gut zu positionieren und somit die prognostizierten negativen Auswirkungen des demografischen Wandels für sich abzumildern. Bei einem steigenden Bedarf an professioneller Hilfe und gleichzeitiger Zunahme des Fachkräftemangels hat die angestrebte Förderung der Beschäftigungsfähigkeit älterer Pflegekräfte und die Steigerung der Attraktivität dieses Berufsfelds für Nachwuchskräfte eine hohe Bedeutung.

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