Landes-Projekt analysiert, wie Kommunen pflegende Angehörige unterstützen können

Der demographische Wandel führt zu einem wachsenden pflegerischen Bedarf. Die somit steigende Zahl von pflegenden Angehörigen ist mit der Gefahr von gesundheitlichen und persönlichen Risiken und Problemen konfrontiert. Und auch die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen diese Pflege geleistet werden muss, ändern sich: steigende Mobilitätsanforderungen, eine höhere Erwerbstätigkeit von Frauen, ein späteres Renteneintrittsalter.
Die Herausforderungen für pflegende Angehörige, wachsende Vereinbarkeitskonflikte zwischen Pflege und Beruf sowie die zugehörigen Lösungen auf kommunaler Ebene sind Ansatzpunkte des Projektes, das durchgeführt wird vom Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik (FFP), Forschungsschwerpunkt an der Evangelischen Hochschule RWL.
In den letzten Jahren ist die kommunale Ebene als entscheidender Gestalter in den Mittelpunkt gerückt: Kommunen sind benannt als zentrale Anbieter für bürger- und wohnortnahe Konzepte für Pflegende und pflegende Angehörige.
Mit Blick auf NRW lässt sich drei Jahre nach Einführung des neuen Alten- und Pflegegesetzes feststellen, dass der Einsatz der Kommunen in diesem Bereich sehr unterschiedlich ausfällt. Im Rahmen des Forschungsvorhabens haben sich vier Kommunen durch passgenaue Unterstützungs- und Entlastungsangebote hervorgetan: Remscheid, Essen, Kreis Recklinghausen und Kreis Höxter.
Die Modellkommune Remscheid verfügt beispielsweise über zehn Begegnungs- und Beratungszentren. Zudem wurden durch den „Runden Tisch 50 +“, der ein Netzwerk aus 40 Verbänden schafft, die Teilhabechancen der älteren Menschen erhöht.
In Essen erfolgt die Beratung für pflegende Angehörige in enger Kooperation mit den Krankenkassen in den Stadtteilen. Das Versorgungsnetzwerk „NAEHE“ in Essen-Steele ist ein positives Beispiel für ein lokales Unterstützungsangebot zum selbstbestimmten Leben für Hilfsbedürftige. Recklinghausen zeichnet eine dezentrale, zugehende und kultursensible Beratung aus, die koordiniert und fachlich begleitet durch den Kreis in den zehn Beratungsstellen kreisweit stattfindet.
Neben einer übersichtlichen und informativen Internetpräsenz stellt der Kreis Höxter mit dem Netzwerk Pflege ein sehr gutes Beispiel für eine funktionierende Koordination aller Pflegeakteure dar.
Das Projekt verspricht nachhaltige Erkenntnisse dazu, wie sich Kommunen durch regionale Konzepte der Herausforderung des steigenden Pflegebedarfs stellen können. Die in den Modellkommunen analysierten Kooperationen bieten Anknüpfungspunkte mit Vorbildcharakter. Über sie kann somit sowohl die Situation pflegender Angehöriger als auch mittelbar der hilfsbedürftigen und älteren Menschen verbessert werden.

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