Längere Verweildauer von Harnleiterschienen durch Senkung des Infektions- und Inkrustationsrisikos

Zur Lösung dieser Fragestellung wurde eine Kombination aus biokompatibler, die Adhäsion vermindernder Oberflächenschicht basierend auf kovalent fixierten Polymerfilmen und einer ultradünnen Tetraetherlipidschicht sowie einem antibakteriell wirkenden Controlled Release Drug-Delivery-System etabliert.

Die im Rahmen der Studie entwickelten Technologien sollen genutzt werden, um bereits existierende und am Markt etablierte Kathetersysteme wirkungsvoll zu modifizieren und zu verbessern. Hierzu wurde eine Kombination aus einer kovalent fixierten, anti-adhäsiv wirkenden Tetraetherlipidschicht mit einem anti-bakteriell wirkenden Controlled Release Drug-Delivery-System auf Polymerbasis (Polylactide-co-Glycolide PLGA) entwickelt und optimiert. Als Wirkstoffe kamen Antibiotika und Ag-Nanopartikel zur Anwendung. Gleichzeitig bewirkt die Säurebildung aufgrund der Polymerdegradation eine anti-inkrustative Wirkung der Beschichtung. Der Funktionsnachweis basiert auf einer applikationsspezifischen in vitro-Bioadhäsionsprüfung auf der Grundlage eines mikrobiologischen Infektionsmodells. Darüber hinaus entstand ein klinisch validiertes in vitro-Testsystem, welches eine applikations-spezifische Anpassung der Testprozedur erlaubt. Das klinisch ermittelte Infektions- und Inkrustationspotenzial konnte an Urokink®- Harnleiterschienen nachgewiesen werden. Die finale Schichtmodifikation lässt sich des Weiteren über technologisch leicht umsetzbare Verfahren, wie das Tauchen und Sprayen kommerziell einsetzen.

Das Forschungsprojekt des Institutes für Bioprozess- und Analysenmesstechnik (iba) e.V. „Optimierung von Oberflächenbeschichtungen für Harnwegskatheter basierend auf biodegradierbaren Polymerfilmen und archaebakteriellen Tetraetherlipiden“ (FKZ: IGF 16746 BG, Zuwendungsgeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI) AiF / Europäische Forschungsgesellschaft Dünne Schichten e.V., Laufzeit: 01.06.2007 – 30.11.2009)
wurde gemeinsam mit dem Institut für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie der Philipps-Universität Marburg bearbeitet.

Weitere Informationen
Prof. Dr.-Ing. Klaus Liefeith, Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik (iba) e.V., Heilbad Heiligenstadt, Telefon: 03606 / 671 500, E-Mail: klaus.liefeith@iba-heiligenstadt.de

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