Kurz und knapp

Adhärenz auf dem Weg zum Mainstream Die Ergebnisse von Zufriedenheits-Befragungen in Arztpraxen und Kliniken zeigen in zunehmendem Umfang den Wunsch von Patienten, detaillierter als bisher über ihre Erkrankungen und die Therapie-Möglichkeiten informiert und intensiver in die Entscheidungen über den Behandlungsprozess einbezogen zu werden. Die Forderung nach einer gezielten Adhärenz-Förderung, d. h. der aktiven Einbindung der Patienten in die Therapie-Findung und ihre Motivation zum Erreichen der gemeinsam entwickelten Gesundungs- und Gesundheits-Ziele, ist damit kein Trend mehr, sondern eine manifeste Entwicklung. Hypertonie-Patienten im Fokus Im Rahmen der Adhärenz-Initiative 2014 wird u.a. auch die ärztliche Adhärenz-Förderung nach Krankheitsbildern differenziert untersucht. Erste Resultate liegen inzwischen aus Patientenbefragungen des Indikationsbereichs “Hypertonie” in allgemeinärztlich tätigen Praxen vor. Untersucht werden in diesem Assessment-Bereich die Qualität des ärztlichen Inputs zu folgenden Aspekten: – Beschreibung der Erkrankung – Skizzieren der möglichen kurz- und langfristigen Krankheitsfolgen – Darlegung der Möglichkeiten nicht-medikamentöser Behandlung – Beschreibung der einsetzbaren medikamentösen Therapie – Gemeinsame Entwicklung eines konkreten Vorgehens in Form eines Therapie-Plans – Detail-Informationen zur Medikamenten-Verordnung (Wirkweise, Neben- und Wechselwirkungen) – Angemessenheit der Gesprächszeit mit dem Arzt – Ausmaß der Klärung aller Patienten-Fragen – Verständlichkeit der Informationen Unterdurchschnittliche Adhärenz-Förderung Der Hypertension Adherence Impact Score (HAIS), der auf Basis der Fragebogen-Angaben das Verhältnis der Zufriedenheit der Patienten mit der ärztlichen Information im Vergleich zu ihren Anforderungen repräsentiert, liegt nach den ersten Ergebnissen bei 47,3% (Optimale Adhärenz-Förderung = 100%). Unzufrieden sind die Patienten vor allem mit der Verständlichkeit der vermittelten Informationen, dem mangelnden Detaillierungs-Grad sowie der oftmals gehetzten Gesprächssituation ohne ausreichende Rückfrage-Möglichkeiten. Besonders die Erklärungen der Ärzte zu den verschriebenen Präparaten sind nach Auskunft der Patienten dürftig (“Ich verschreibe Ihnen etwas gegen Ihren hohen Blutdruck.”) Werden Informationen gegeben, handelt es sich nur um Stichwörter wie “modern”, “bewährt” oder “verträglich”. Quelle: http://ifabsthill.wordpress.com/2014/02/10/kurz-und-knapp-arztliche-hypertoniker-beratung-im-adharenz-assessment/

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