Kristian Pajtler erhält 100.000-Dollar-Auszeichnung für Hirntumorforschung

„Ich bin sehr glücklich über den Preis, der es mir möglich macht, meine Arbeiten auf diesem Spezialgebiet der Hirntumorforschung weiter zu vertiefen“, so Pajtler im Anschluss der Preisverleihung. Der Heidelberger Kinderonkologe beschäftigt sich seit fünf Jahren mit Ependymomen. In der Abteilung Pädiatrische Neuroonkologie (Prof. S. Pfister) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) arbeitet unter Pajtlers Leitung eine Forschergruppe daran, die Diagnostik dieser Tumoren zu verbessern. Dazu suchen sie unter anderem nach regulatorischen Verstärkerelementen innerhalb des Tumorgenoms (sogenannte Enhancer und Superenhancer), um so neue therapeutisch relevante Zielstrukturen aufzuspüren. Die Ergebnisse aus diesen Untersuchungen wurden kürzlich in der Zeitschrift Nature (Mack et al. 2017) publiziert.

Auch als Kinderonkologe in der Klinik für Kinderheilkunde III des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) beschäftigt sich Pajtler mit Ependymomen. Insbesondere bei kleinen Kindern stellen diese eine klinische Herausforderung dar. Denn oft handelt es sich dabei um besonders aggressive Tumoren mit einem hohen Rückfallrisiko. „Zusammen mit großen internationalen Zentren untersuchen wir daher aktuell, ob sich diese Tumoren molekular weiter unterteilen lassen“, erklärt Pajtler. „Auf diese Weise wollen wir schneller geeignete Ansätze für wirksamere Therapien finden, um Kindern mit Ependymomen künftig besser helfen zu können.“

Pajtler, 1980 in Wesel geboren, ist sowohl als Facharzt am Universitätsklinikum Heidelberg als auch als Wissenschaftler am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) tätig. Nach seinem Medizinstudium an der Universität Duisburg-Essen forschte er für seine Promotion am Neuroblastom, einem ebenfalls bösartigen Tumor des kindlichen Nervensystems.

Den CERN Award bekam Pajtler von der Präsidentin der CERN Foundation (CERN: Collaborative Ependymoma Research Network), Kimberly Wallgren, auf dem „SNO Meeting 2017“ in San Francisco, USA, überreicht. Die CERN Foundation ist eine Nonprofit-Organisation, die 2006 gegründet wurde, um Patienten mit Ependymomen besser helfen zu können.

Originalpublikation:
Mack et al. Therapeutic Targeting of Ependymoma as Informed by Oncogenic Enhancer Profiling. In: NATURE, Online publication 20th December 2017; DOI: 10.1038/nature25169

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Bildunterschrift:
Kristian Pajtler erhielt den mit 100.000 US-Dollar dotierten CERN Award für Hirntumorforschung

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Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ)
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