Krankheitserreger studieren und bekämpfen – gemeinsam und deutschlandweit

Hochschulen, Kliniken und Forschungszentren an sieben Standorten in ganz Deutschland (siehe Liste unten) werden sich künftig der Mission widmen, gemeinsam Erkenntnisse über Krankheitserreger zu sammeln und Ansätze für neue Therapien, Medikamente, Impfstoffe und Impfverfahren zu finden. Ein international besetztes unabhängiges Gutachter-Gremium hatte bereits Ende 2010 die leistungsstärksten Einrichtungen aus einer Vielzahl von Bewerbern für das DZIF ausgewählt. Jetzt ist die Begutachtung des gemeinsam erstellten wissenschaftlichen Gesamtkonzepts abgeschlossen. Die Gutachter bewerten dieses Konzept als schlüssig und zielführend – und sie empfehlen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), jetzt mit dem Aufbau des DZIF zu beginnen. Wie das DZIF organisiert sein und welche Forschungsschwerpunkte es verfolgen wird, soll in den kommenden Monaten konkret festgelegt werden. Voraussichtlich im Herbst 2011 wird der Forschungs-Verbund dann seine Arbeit aufnehmen.

Partner-Einrichtungen am Standort Hannover-Braunschweig sind – neben dem HZI – auch die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), die Technische Universität Braunschweig, die Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen (DSMZ) und das Twincore Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung.

„Das ist ein großartiger Erfolg für uns und die gesamte Forschungsregion“, sagt Prof. Dirk Heinz, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des HZI. „Insbesondere unsere langjährige enge Kooperation mit der MHH setzt sich jetzt im Rahmen eines ganz Deutschland umfassenden Zusammenspiels herausragender Forschungsstandorte fort. “ Als bedeutendes Element des DZIF sieht Heinz die so genannte Translation – den verbesserten Fluss von Erkenntnissen und Innovation aus der Grundlagenforschung in die Klinik.

Obwohl die Details der DZIF-Forschungsprojekte erst noch ausgearbeitet werden, lässt sich, so Heinz, schon jetzt sagen: „Die Entwicklung neuer antiinfektiver Wirkstoffe wird ein zentrales Thema künftiger Forschungsanstrengungen sein. Immer mehr Krankheitserreger werden gegen die herkömmlichen Antibiotika resistent – es ist dringend nötig, neue Substanzen und Strategien zu entwickeln, um gegen sie vorzugehen.“ Hier sieht der HZI-Leiter auch einen Schwerpunkt der Arbeit an seinem eigenen Zentrum: „Der Beitrag des HZI wird neben der Bearbeitung infektionsbiologischer Fragestellungen maßgeblich auf dem Sektor der Wirkstoffforschung liegen“, erklärt Heinz. „Hierzu werden wir unsere Expertise in diesem Bereich einbringen, die bestehende Infrastruktur weiter ausbauen und neue Berufungen vornehmen.“

Partnerstandorte des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF):

Bonn-Köln
Universität Bonn
Universität Köln

Gießen-Marburg-Langen
Universität Gießen
Universität Marburg
Paul-Ehrlich Institut, Langen
Fachhochschule Gießen-Friedberg

Hamburg-Lübeck-Borstel
Universität Hamburg
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (Leibniz Gemeinschaft)
Heinrich-Pette-Institut für Experimentelle Virologie (Leibniz
Gemeinschaft)
Universität Lübeck
Forschungszentrum Borstel (Leibniz Gemeinschaft)

Hannover-Braunschweig
Medizinische Hochschule Hannover
Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung
Twincore Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen (Leibniz
Gemeinschaft)
Technische Universität Braunschweig

Heidelberg
Universität Heidelberg und Universitätsklinikum Heidelberg
Deutsches Krebsforschungszentrum

München
Ludwig Maximilians Universität München und Klinikum der Universität München
Technische Universität München und Klinikum Rechts der Isar
Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für
Gesundheit und Umwelt
Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr

Tübingen
Universität Tübingen
Universitätsklinikum Tübingen
Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie

Die Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung
Das DZIF, das in den kommenden Monaten aufgebaut wird, ist Teil des Konzeptes der „Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung“, mit denen das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Erforschung und Bekämpfung der bedeutendsten Volkskrankheiten vorantreiben will. Neben dem DZIF werden auf der Basis von Gutachter-Empfehlungen auch Forschungs-Netzwerke zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenkrankheiten und Krebs ins Leben gerufen. Bereits im Jahr 2009 wurden ein Deutsches Zentrum für Diabetesforschung sowie ein Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen gegründet.

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