Krankenhäuser auf Empfang – Teleradiologie in der Schwerverletztenversorgung

Fünf Jahre nach Beginn der Zertifizierungs- und Qualitätssicherungsmaßnahmen TraumaNetzwerk DGU® haben sich mehr als 800 deutsche Kliniken in regionalen Traumanetzwerken zusammengeschlossen und stellen einheitlich hohe Qualitätsstandards zur Versorgung Schwerverletzter sicher. Das TraumaNetzwerk DGU® gilt als bisher weltweit einmaliges Projekt. Eine Voraussetzung für die Zusammenarbeit ist die optimale Vernetzung aller Partner, die an der Rettung und Behandlung Schwerverletzter beteiligt sind. Die Schwerverletztenversorgung ist ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem jede Minute zählt und oft die ersten Stunden über Leben und Tod entscheiden. Dementsprechend muss die Kommunikation schnell, zuverlässig und zugleich umfassend möglich sein.

Bei der Unfallversorgung steht insbesondere die bildgebende Diagnostik im Zentrum der Therapieentscheidungen. Zum Austausch von radiologischen Bildern gibt es in der Bundesrepublik bereits in einigen Regionen teleradiologische Verbindungen zur Bildübertragung. Es existiert allerdings bisher kein System, das die Anforderungen der zeitkritischen Notfallversorgung mit sofortigem Datentransfer unter Einhaltung aller Datenschutzrichtlinien unterstützt.
Dies bedeutet in der Praxis, dass auch heute noch Röntgenbilder mit dem Taxi transportiert werden, Ärzte auf CT-Bilder warten, Doppeluntersuchungen mit unnötiger Strahlenbelastung veranlasst oder der Patient sogar zur speziellen Befundung und Entscheidungsfindung über die weitere Behandlung in entfernte Kliniken transportiert werden muss. Das verbraucht enorme Ressourcen und lebensrettende Zeit.

Das gestartete Teleradiologie-Netzwerk TeleKooperation TNW® wird in der ganzen Bundesrepublik flächendeckend verfügbar sein, mit anderen bestehenden regionalen Netzen kompatibel und verknüpfbar sein und damit als wichtiges Instrument im TraumaNetzwerk DGU® eine Lücke in der Kommunikation und Zusammenarbeit schließen.
TeleKooperation TNW® wurde von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) in enger Zusammenarbeit mit Vertretern der Arbeitsgemeinschaft Informationstechnologie der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) aufgebaut und wird jetzt umgesetzt. Die Initiative zielt zu Beginn besonders auf die Optimierung der Versorgung von Schwerverletzten in den Traumanetzwerken. Die gegenwärtig laufenden Pilotnetze im Saarland und in Schleswig-Holstein belegen die sichere, datenschutzkonforme und anwenderfreundliche Funktion. Gleichwohl eine hochkomplexe, innovative Technologie, ist die Anwendung für den einzelnen Arzt gerade auch in Notfallsituationen einfach zu handhaben – von der voll funktionierenden Basis-Variante in kleinen Krankenhäusern, Arztpraxen oder Rehakliniken ohne besondere Investition bis hin zu ausdifferenzierten Installationen in Universitätskliniken. Ein stufenweiser Ausbau des Instrumentes TeleKooperation TNW® ist möglich. Die bundesweite Umsetzung hat begonnen!

Pressekontakt:
Susanne Herda
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