Krampfadern. Wie sie entstehen und wie sie behandelt werden können

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Krampfadern, vor allem die verästelte Variante der Krampfader, die sogenannten Besenreiser, sind mehr als nur ein kosmetisches Problem. Blau oder violett schimmern die Venen durch die Haut, vor allem an den Beinen empfinden einige Menschen diese als extrem störend. Gegen das „störende“ Problem kann vorgegangen werden, muss es aber nicht. Gehen mit den Krampfadern hingegen Schmerzen einher, ist der Gang zum Arzt in jedem Fall empfehlenswert. Woher sie kommen und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, verrät dieser Beitrag.

Venenleiden sind zur Volkskrankheit geworden. Eine Untersuchung ergab, dass nur knapp zehn Prozent von 3072 Untersuchten ein unauffälliges Venenbild aufzeigten.

 

Bei den meisten Venenleiden handelt es sich um Besenreiser

Bei 59 Prozent der diagnostizierten Venenleiden handelt es sich um Besenreiser. So werden netzartige Krampfadern in der Legende dieser Grafik bezeichnet. 14,3 Prozent entfallen auf Krampfadern (Varizen), bei 13,4 Prozent handelt es sich um Beinschwellungen mit anderer Ursache. Nur bei 9,6 Prozent der insgesamt 3072 untersuchten Männer und Frauen erhoben die Ärzte den Befund „unauffällig“.

Unterschieden wird beim Arzt in diese zwei Formen von Krampfadern:

1.)  Primäre Varikose bedeutet: Es liegt keine Vorerkrankung vor.

Häufig ist es eine Sache der Vererbung, die durch Übergewicht, stehende Tätigkeiten oder Bewegungsmangel noch zusätzlich die Ausbildung von Krampfadern bedingt. Tendenziell trifft es eher Frauen als Männer, was vor allem hormonell bedingt ist. Östrogene wirken sich auf die Venen im weiblichen Körper aus. Besonders auffällig wird dies während der Schwangerschaft, denn dann wird das Progesteron aktiv. Wer bereits vor der Schwangerschaft an Krampfadern litt, bei dem könnte sich dieses Problem während der Schwangerschaft noch einmal deutlich verstärken. Nicht nur zur Zeit der Schwangerschaft können Krampfadern sich ausbilden, auch im Alter – wenn Gewebe schwächer wird – ist die Gefahr groß.

2.)   Sekundäre Varikose bedeutet: Herzschwäche, Thrombosen oder andere Krankheiten bedingen die Bildung von Krampfadern

Bedingt eine Erkrankung im Vorfeld die Ausbildung von Krampfadern, ist von einer sekundären Varikose die Rede. Kommt es auf der Hauptstrecke des Blutes, in den tiefen Beinvenen, zu einer Thrombose, wird mehr Blut an der Oberfläche transportiert. Dafür sind die dort verlaufenen Venen aber nicht ausgelegt. Die Folge: Sie erschlaffen und bilden Krampfadern. Auch eine Rechtsherzschwäche, Ödeme und Leberzirrhose können Erkrankungen sein, die die Bildung von Krampfadern begünstigen.

Werden die Symptome schmerzhaft, ist ein Arzt zu konsultieren

Krampfadern können sich durch schmerzende Beine ankündigen. Auch angeschwollene Beine, die vom Sitzen oder Stehen müde geworden sind, können bereits auf die Ausbildung von Krampfadern hinweisen. Missempfindungen an den Beinen, unruhige Beine sowie Ödeme und dunkle Hautflecken können bereits die ersten Vorboten von Krampfadern sein.

Werden die als Besenreiser bezeichneten Verästelungen deutlich sichtbar, ist ein Gang zum Arzt unausweichlich. Je nachdem wie stark das Venenleiden bereits ausgeprägt ist, empfiehlt sich auch der Weg zum Phlebologen, einem Spezialisten für Venenleiden.

Wichtig ist der Gang zum Arzt vor allem aufgrund der Komplikationen, die Krampfadern mit sich bringen können: Eine Varikothrombose, also ein Blutgerinnsel, das den Blutdruckfluss unterbindet sowie eine Entzündung können die vor allem schmerzhafte Folge von Krampfadern sein. Werden die Schmerzen extrem stark oder gehen mit Schmerzen in der Brust oder gar einer Atemnot einher, ist sofort der Rettungsdienst zu verständigen.

Prävention und Behandlung: Rechtzeitig vorbeugen hilft Krampfadern zu verhindern

Auch wenn keine Präventionsmaßnahme zu 100 Prozent davor bewahren kann, doch Krampfadern zu bekommen, so helfen diese Präventivmaßnahme in jedem Fall dabei, ein gesundheitsbewusstes Leben zu führen: Eine gesunde Lebensweise ohne Nikotin, mit Normalgewicht sowie ausreichend Bewegung sind die besten Voraussetzungen, um ohne Krampfadern alt werden zu können. Vor allem Ausdauersportarten wie etwa Walking sind zur Prävention bestens geeignet. Auch Tanzen soll bei Venenleiden helfen. Kalte Güsse nach dem Vorbild von Kneipp sind ebenfalls gut für die Venenpflege geeignet.

Wassertreten nach der Lehre von Kneipp dient der Prävention von Krampfadern und der Schmerzlinderung.

Die Behandlungsmethoden bei Krampfadern sind heute recht umfangreich geworden. Je nachdem wie ausgeprägt das Venenleiden bereits ist, raten Experten dazu, die als Präventivmaßnahmen geführten Tipps umzusetzen, um vor allem die Schmerzen zu lindern.

  • Ausreichend Bewegung, viel gehende Bewegungen (idealerweise ohne Schuhe an den Füßen) sowie spezielle Venengymnastik und kalte Güsse werden als physikalische Therapie angewandt, um Schmerzen zu lindern.
  • Am Markt gibt es zudem zahlreiche Venenmittel, die entweder oral eingenommen werden müssen oder als Gel, Salbe und Spray aufgetragen werden. Extrakte der Rosskastanie, Rotes Weinlaub, Arnika und Mäusedorn sind die Substanzen, die dann zum Einsatz kommen.
  • Das regelmäßige und langfristige Anlegen von Kompressionen in Form von Verbänden oder Strümpfen ist eine äußerst wirkungsvolle Maßnahme, die bei vielen Venenleiden hilft. Beinschwellungen werden gelindert, Geschwüre heilen ab, der Blutstau wird gelindert.

Zeigen diese therapeutischen Ansätze nicht den gewünschten Effekt, kann vom Arzt zu diesen invasiven Therapieverfahren geraten werden: Bei der Sklerotherapie wird ein Verödungsmittel injiziert. Das verklebt und vernarbt die Venenwände. Bei der Lasertherapiewird das Blut durch Erhitzung dazu motiviert, sich an der Venenwand zu verschließen. Bei der Radiowellentherapiewird nach einer Punktion eine Sonde eingeführt. Die Radiowellen, die durch diese Sonde geschickt werden, sorgen durch die Hitze zum Verschluss der Varize.

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