Korrektur: Wissenschaftspreis „Regionalisierte Versorgungsforschung“ 2015 vergeben

Der Wissenschaftspreis „Regionalisierte Versorgungsforschung“ des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) geht in diesem Jahr jeweils zur Hälfte an das Autorenteam Dr. Peter Eibich von der Universität Oxford (UK) und Dr. Nicolas R. Ziebarth von der Cornell Universität in Ithaca (USA) sowie an eine Forschergruppe um Dr. Roman Mennicken vom Landschaftsverband Rheinland in Köln und Ingo Kolodziej vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung in Essen.

Beide Studien wurden bereits in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht. Die Preis-Jury hat die Arbeiten aus einer Vielzahl von Einreichungen ausgewählt, „da sie innovative methodische Ansätze in herausragender Weise für die Versorgungsforschung erarbeitet haben“. Die Untersuchung von Eibich und Ziebarth beschäftigt sich mit der Modellierung und Schätzung von regionalen Gesundheitsunterschieden in Deutschland. Die Kombination von drei verschiedenen Methoden erlaubte es den Forschern, den Einfluss regionaler Faktoren auf die individuelle Gesundheit zu schätzen und Muster bei den regionalen Gesundheitsunterschieden zu identifizieren. Die Studie der Arbeitsgruppe um Mennicken, Kolodziej et al. modellierte auf Bundesebene, inwieweit das Schließen von Krankenhäusern den Zugang von Patientinnen zur stationären gynäkologischen und geburtshilflichen Versorgung beeinträchtigen kann. Verschiedene Szenarien zeigen, dass durch die Zentralisierung der Krankenhausleistungen der umfassende Zugang zur Gesundheitsversorgung in diesem Sektor nicht beeinträchtigt wird.

„Grundlage der Versorgungsforschung ist ein breites und solides Spektrum an wissenschaftlichen Methoden, das kontinuierlich weiterentwickelt werden muss“, sagt Dr. Jörg Bätzing-Feigenbaum, der Leiter des Versorgungsatlas. Die Prämierung der beiden Arbeiten unterstreiche die Bedeutung innovativer Ansätze für die Versorgungsforschung. Die Studien sind ab sofort im Bereich „Methodische Aspekte der Versorgungsforschung“ unter www.versorgungsatlas.de öffentlich verfügbar.

Der Wissenschaftspreis „Regionale Gesundheitsforschung“ ist mit 5.000 Euro dotiert. Er wird seit 2012 an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für hervorragende Arbeiten aus allen Bereichen der Versorgungsforschung verliehen, die regionale Unterschiede in der Gesundheitsversorgung thematisieren. Mit der Auszeichnung möchte das Zentralinstitut diesen Forschungsbereich weiter stärken.

Die ausgezeichneten Arbeiten. Peter Eibich, Nicolas R Ziebarth. Examining the structure of spatial health effects in Germany using Hierarchical Bayes Models. Reg Sci Urban Econ 2014; 49: 305-320.
Roman Mennicken, Ingo W. K. Kolodziej, Boris Augurzky, Rolf Kreienberg. Concentration of gynaecology and obstetrics in Germany: Is comprehensive access at stake? Health Policy 2014; 118 (3): 396–406.

Der Versorgungsatlas. www.versorgungsatlas.de ist eine Einrichtung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Er wurde institutionalisiert als öffentlich zugängliche Informationsquelle mit Studienergebnissen zur medizinischen Versorgung in Deutschland. Schwerpunkt der Studien sind regionale Unterschiede in der Versorgung sowie deren unterschiedliche Strukturen und Abläufe. Die Analysen sollen Anhaltspunkte dafür liefern, wie und wo die Versorgung verbessert werden kann. Die Analysen der Wissenschaftler des Versorgungsatlasses basieren auf den bundesweiten Abrechnungsdaten der vertragsärztlichen Versorgung. Die Internet-Plattform steht auch anderen Forschergruppen zur Verfügung, die ihre Untersuchungen nach einem Peer-Review auf www.versorgungsatlas.de veröffentlichen können.

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