Korrekte Zahnpflege bereits im Kindesalter erlernen

Zahnfleischentzündung, Zähne, Zahngesundheit

Die Zahngesundheit wird mit zunehmendem Alter schlechter. Dies ist mit dem natürlichen Alterungsprozess des Menschen verbunden. Probleme gibt es aber nicht nur im Alter, sondern auch im frühen Lebensabschnitt vieler Menschen. Kariesbefallene Zähne sind bei Minderjährigen keine Seltenheit. Laut der AOK haben 16-jährige Jugendliche heute durchschnittlich 4,5 kariöse Zähne. Vor zehn Jahren waren es noch zehn Zähne.

Die Statistik zeigt, dass die Prophylaxebemühungen der vergangenen Jahre erfolgreich sind. Sie verdeutlichen aber auch, warum es so wichtig ist, Kindern im frühsten Alter beizubringen, warum das Zähneputzen wichtig ist und wie sie es richtig ausführen. Das Problem: Die früher verfügbare Hilfe durch die Gruppenprophylaxe in der Schulzeit ist nicht mehr gültig. Die Aufgabe, das korrekte Zähneputzen den Kindern beizubringen, bleibt somit an den Eltern, Erziehern und Lehrern haften.

Früh übt sich gilt auch beim Zähneputzen

Die Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege in Hessen (LAGH) befasst sich seit Jahren mit der Zahnpflege von Kindern. Dabei wurde festgestellt, dass den Kleinen im Kindergartenalter das Zeitgefühl fehlt und sie leicht ablenkbar sind. Für sie ist das Leben noch ein unaufhörliches Spiel, das sie nicht ganz ernst nehmen. Diese Einstellung wird beim Zähneputzen zu einem Problem.

Aus diesem Grund wurde anhand der KAI-Systematik ein Lied entwickelt, welches das Zähneputzen spaßig gestalten soll (PDF; 40 KB).

Zahnbürste, tanz in meinem Mund,

halt die Zähne mir gesund,

hin und her, hin und her,

Zähneputzen ist nicht schwer.

Das Zahnputzlied hat den Vorteil, dass Kinder auf eine spaßige Weise lernen, wie sie ihre Zähne putzen können. Gleichzeitig sind die Kleinen mit dem Singen beschäftigt, sodass sie nicht abgelenkt werden.

Eltern sind das Vorbild ihrer Kinder

Nicht nur im Kindergartenalter müssen Kinder zum Zähneputzen animiert werden. Bis sie erwachsen werden, sind Eltern die Vorbilder ihrer Kinder. Sie müssen ihrem Nachwuchs zeigen, dass es wichtig ist, sich dreimal täglich die Zähne korrekt zu putzen. Mit einem kurzen Hin und Her ist es nicht getan.

Bei vielen Eltern mangelt es aber im Bereich der Zahnpflege genauso wie bei ihrem Nachwuchs: 17 Prozent der Deutschen putzen sich nur einmal pro Tag die Zähne. Kinder bemerken dieses Verhalten und werden es früher oder später imitieren.

Auch beim Kauf der Zahnbürste zeigen sich Verbraucher wenig informiert: MMA und die IPSOS GmbH haben im Auftrag von Brigitte ermittelt, wie das Preis- und Markenbewusstsein von Frauen beim Kauf von Zahnpflegeprodukten aussieht. Das Ergebnis:

  • 30 Prozent kaufen bestimmte Marken nach Laune
  • 29 Prozent kaufen bestimmte Marken nach Preis
  • 27 Prozent kaufen immer dieselbe Marke
  • 14 Prozent kaufen nach Preis

Abseits der Tatsache, dass 14 Prozent nur auf den Preis schauen, scheint die Marke eine wichtige Rolle zu spielen. Die Marke ist nicht das wichtigste Kaufkriterium. Wichtig ist, dass die Zahnbürste zum Benutzer passt. Es gibt weiche, normale und harte Zahnbürsten. Diese Eigenschaften sind weitaus wichtiger als die Marke oder der Preis.

Die korrekte Ausführung ist wichtiger als die Häufigkeit

Qualität vor Quantität – eine Weisheit, die in viele Bereiche unseres Lebens wie die Faust aufs Auge passt. Auch bei der Zahnpflege passt sie perfekt, denn häufiges Zähneputzen alleine reicht nicht aus, um sich vor Karies und Co. zu schützen, wie eine Studie von AXA und der Universität Witten/Herdecke zeigt.

Im Rahmen der Studie haben die Experten ermittelt, dass mehr als jeder zweite Erwachsene (57 Prozent) seine Zähne in einer kreisenden Bewegung putzt. Diese Technik ist laut Prof. Dr. Stefan Zimmer, Vorsitzender der „Aktion zahnfreundlich“, die Falsche. Kreisende Bewegungen können seiner Meinung nach das Zahnfleisch verletzten. Weiterhin kann diese Bewegung Bakterien und Zahnbelag und den Zahnfleischrand schieben. Hier entstehen besonders einfach Entzündungen.

Richtig putzt man seine Zähne mit rüttelnden, fegenden Bewegungen. Diese Technik nutzt weniger als jeder Dritte (32 Prozent). Der Grund für die Anwendung der falschen Technik ist die Weitergabe dieser Methode von Eltern und Großeltern oder weil sie es so gelernt haben. Die kreisende Bewegung kann Anwendung finden, jedoch nur bei Kindern, die das Grundschulalter noch nicht erreicht haben. Sie ist für die Kleinen einfacher zu erlernen.

Warum das Kaugummi nicht das Zähneputzen ersetzt

Die Zahnbürste gilt zusammen mit der Zahnseide als die besten Werkzeuge, um die Zähne zu reinigen und sie zu erhalten. Da das Zähneputzen am Mittag für viele Menschen schwierig ist, hoffen sie, dass ein Kaugummi die Arbeit der Zahnbürste erledigen kann. Laut Thomas Attin von der Universität Zürich, der sich zu dem Thema in einem Interview mit SPIEGEL ONLINE äußert, ist das nicht möglich. Einerseits können Kaugummis, wenn überhaupt, nur den Kaubereich reinigen. Hartnäckige Verschmutzungen bleiben jedoch vorhanden.

Das Kaugummi kann die Zahnbürste zwar nicht ersetzen, dennoch lohnt sich das Kauen am Mittag. Durch das Kauen nach dem Mittagsessen wird laut Attin der Speichelfluss angeregt. Dadurch wird die Säure im Mund, die sich innerhalb von maximal zehn Minuten bemerkbar macht, neutralisiert. Das Kaugummi ist somit lediglich ein Produkt zur Karies-Prophylaxe.

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