Kooperation zwischen Hochschule Osnabrück und Universität Witten/Herdecke intensiviert

(Osnabrück, 12. April 2013) Wie können Familien die Pflege von älteren Angehörigen schul-tern? Und wie gehen Menschen damit um, die Herausforderungen der Pflege und zugleich ihren Beruf meistern zu müssen? Fragen, die einen kleinen Ausschnitt der Forschung des hochschulübergreifenden Kollegs „FamiLe – Familiengesundheit im Lebensverlauf“ zeigen, in dem die Hochschule Osnabrück und die Private Universität Witten/Herdecke eng zusam-menarbeiten. Jetzt konnte die Hochschule mit Prof. Dr. Wilfried Schnepp sowie Jun.-Prof. Dr. Sabine Metzing zwei renommierte Gastwissenschaftler aus Witten/Herdecke in ihren Reihen begrüßen. „In den Anfängen dieser Zusammenarbeit haben wir von einem historischen Durchbruch gesprochen. Ich freue mich sehr zu sehen, wie diese modellhafte Kooperation nun weiter ausgebaut wird“, sagte Prof. Dr. Marie-Luise Rehn, Dekanin der Fakultät Wirt-schafts- und Sozialwissenschaften und Vizepräsidentin der Hochschule. „Strukturen zu schaffen ist das eine, es muss aber auch von den Beteiligten gelebt werden. Und das gelingt hier vorbildlich.“

Auch Prof. Dr. Friederike zu Sayn-Wittgenstein, Osnabrücker Sprecherin des Forschungskol-legs „FamiLe“, hob die engen Bande zur Universität Witten/Herdecke hervor: „Wir haben dem ohnehin bestehenden intensiven Austausch zwischen den Hochschulen eine feste Struktur gegeben. Davon profitieren alle Beteiligten.“ Mit zu Sayn-Wittgenstein, der Hebam-menwissenschaftlerin Prof. Dr. Claudia Hellmers und dem Pflegewissenschaftler Prof. Dr. Andreas Büscher sind drei Osnabrücker Vertreter als Gastprofessoren an der Fakultät für Gesundheit in Witten/Herdecke tätig.

Die Pflegewissenschaftler Schnepp und Metzing betreuen in dem Kolleg unter anderem Dok-toranden an der Hochschule Osnabrück. „Für mich ist das auch eine Art Heimkehr, denn ich war früher für einige Jahre hier an der Hochschule tätig“, freute sich Schnepp, der Sprecher des Kollegs in Witten/Herdecke ist. „Die Zusammenarbeit ist für uns alle eine große Berei-cherung, weil sich viele Experten in ihren familienorientierten Fachgebieten austauschen.“ Metzing pflichtete bei: „Diese Kooperation bietet die Möglichkeit, sich mit den Kollegen zu vernetzen und gemeinsam unter einem großen Oberthema zu arbeiten. Ich persönlich kann hier den Fokus stärker auf die Rolle der Kinder legen, die in der Pflegewissenschaft kaum eine Rolle spielen.“

Mit dem neuen Ansatz, die Lebensverlaufsperspektive einzunehmen, setzt das vom Bun-desministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschungskolleg „FamiLe“ wichtige Impulse in der Gesundheits- und Versorgungsforschung. Die Forscher blicken auf vier Pha-sen: junge Familien in der Familienbildungsphase, die Bewältigung von Krankheiten in jungen Familien, den Umgang mit Pflegebedürftigkeit – auch im Blick auf parallele berufliche Verpflichtungen – und Familien in der Endphase des Lebens von einzelnen Mitgliedern.

14 junge Wissenschaftler haben aufgrund der Kooperation der Hochschulen die Möglichkeit, an drängenden gesellschaftlichen Fragen im Blick auf Familien zu forschen. Jeweils sechs Promovenden und ein Postdoktorand sind am Forschungskolleg in Osnabrück und in Wit-ten/Herdecke tätig. Sie blicken unter anderem auf „Belastungen und Ressourcen von berufs-bedingt mobilen Eltern“ und „Entscheidungen am Lebensende – Erfahrungen Angehöriger sterbender Patientinnen und Patienten und der Beitrag der Pflege“.

Einen Einblick in seine Arbeit gibt das Forschungskolleg während einer internationalen Fach-tagung am 20. September. An der Hochschule Osnabrück werden die „FamiLe“-Wissenschaftler sowie weitere renommierte Forscher aus dem In- und Ausland ihre neuesten Erkenntnisse zur Familiengesundheit vorstellen.

Weitere Informationen:

Julia Kümper
Koordination Forschungskolleg FamiLe – Familiengesundheit im Lebensverlauf -Hochschule Tel.: 0541-969-2117
Kuemper@wi.hs-osnabrueck.de

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