Kooperation mit dem Lopatkin-Institut in Moskau

In den Forschungsbereichen Infektiologie und Andrologie wird die langjährige Kooperation des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) mit dem Lopatkin Forschungsinstitut des russischen Ministeriums für Gesundheit in Moskau künftig deutlich verstärkt.

Eine weitergehenden Zusammenarbeit hat der Dekan des Fachbereichs Medizin der JLU
Prof. Dr. Wolfgang Weidner Ende Juli bei seinem Besuch an dem renommierten Medizin-Institut in Moskau besiegelt. Im Rahmen des offiziellen Besuchs wurde ein Austauschabkommen auf Hochschulebene zwischen der JLU und dem Lopatkin Forschungsinstitut, vertreten durch den Direktor des Instituts, Prof. Dr. Oleg Ivanovich Apolikhin, unterzeichnet. Dieses Abkommen soll den Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierenden ermöglichen bzw. auf eine formale Grundlage stellen. In den Blick genommen haben die Mediziner beider Institutionen zudem gemeinsame Forschungsaktivitäten und die qualifizierte Lehre in standardisierter Form.

„Die klinische und wissenschaftliche Zusammenarbeit mit einem herausragenden russischen Zentrum in der Medizin wird zudem zur Förderung und zum Erhalt der guten deutsch-russischen Wissenschaftsbeziehung beitragen“, hofft der Dekan des Fachbereichs Medizin Prof. Weidner.

Das Lopatkin-Institut ist ein Ausbildungs- und Forschungsschwerpunkt für Andrologie in Russland. Prof. Weidner hat in den letzten Jahren das Ausbildungscurriculum für urologische Andrologie für Russland analog zum deutschen Vorgehen federführend mitentwickelt und ist dort in dieser Funktion auch als Honorarprofessor tätig. Kürzlich wurde die andrologische Qualifikation durch eine Kommission der Europäischen Gesellschaft für Andrologie (EAA) überprüft, der Prof. Wolfgang Weidner, Prof. Csilla Gabriella Krausz (Florenz) und Jorma Toppari (Turku) angehören. Die Evaluation verlief positiv, und das Moskauer Zentrum wurde als europäisches Zentrum für Andrologie etabliert.

Das Lopatkin Forschungsinstitut

Das Lopatkin Institut des russischen Gesundheitsministeriums hat Universitätscharakter und ist offiziell für die Regulierung, Weiterbildung, Entwicklung neuer klinischer Techniken und die Ausbildung hochqualifizierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für Russland zuständig. Das Institut betreibt ein universitäres Zentralkrankenhaus mit über 300 Betten, insbesondere für die Schwerpunkte Urologie, Radiologie und Onkologie und Abteilungen für Pathologie, Mikrobiologie, Klinische Chemie und Molekulare Medizin. Pro Jahr werden über 50 Medizinerinnen und Mediziner promoviert bzw. erhalten einen Ph.D. Grad. 45 Kolleginnen und Kollegen sind derzeit in der Postgraduiertenausbildung. Für die Fort- und Weiterbildung publiziert das Institut das einzige russische Journal für Urologie („Experimental and Clinical Urology“), betreibt einen eigenen Fernsehsender für die telemedizinische Weiterbildung in Russland mit über 60 klinischen Konferenzen und 40 Direktberichten von wissenschaftlichen Sitzungen im Jahr 2015 sowie eine Internetplattform für die standardisierte Fort- und Weiterbildung, an die auch die Ausbildung zum Allgemeinarzt gekoppelt ist. Diese Plattform wird auch für die studentische Lehre genutzt.

Kontakt

Prof. Dr. med. Wolfgang Weidner
Dekan des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen
Medizinisches Lehrzentrum
Lehrgebäude und Dekanat, Seltersberg
Klinikstraße 29
Telefon: 0641- 99- 48000
Fax: 0641- 99- 48019
E-Mail: wolfgang.weidner@dekanat.med.uni-giessen.de

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Die 1607 gegründete Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist eine traditionsreiche Forschungsuniversität, die über 28.000 Studierende anzieht. Neben einem breiten Lehrangebot – von den klassischen Naturwissenschaften über Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften bis hin zu Sprach- und Kulturwissenschaften – bietet sie ein lebenswissenschaftliches Fächerspektrum, das nicht nur in Hessen einmalig ist: Human- und Veterinärmedizin, Agrar-, Umwelt- und Ernährungswissenschaften sowie Lebensmittelchemie. Unter den großen Persönlichkeiten, die an der JLU geforscht und gelehrt haben, befindet sich eine Reihe von Nobelpreisträgern, unter anderem Wilhelm Conrad Röntgen (Nobelpreis für Physik 1901) und Wangari Maathai (Friedensnobelpreis 2004). Seit 2006 wird die JLU sowohl in der ersten als auch in der zweiten Förderlinie der Exzellenzinitiative gefördert (Excellence Cluster Cardio-Pulmonary System – ECCPS; International Graduate Centre for the Study of Culture – GCSC).

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