Kooperation gewinnt

Unter dem Titel „Kooperation gewinnt“ fand die Abschlusstagung zum Projekt „Quartiersnahe Unterstützung pflegender Angehöriger“ (Quart-UpA) an der Universität Witten/Herdecke statt. Etwa 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung. Tanja Segmüller (MScN) und Prof. Dr. Angelika Zegelin stellten das Projekt vor und führten durch die Tagung. Eröffnet wurde sie von Georg Oberkötter (MGEPA) mit einem Impulsvortrag zu den Bedürfnissen pflegender Angehöriger, in dem er auch über die Vorhaben des NRW-Gesundheitsministeriums berichtete.

Die Ergebnisse der ökonomischen Begleitforschung, dargelegt durch Prof. Dr. Sabine Bohnet-Joschko, zeigen, dass sich die kommunalen Ausgaben für die stationäre Langzeitpflege in den nächsten Jahren deutlich erhöhen werden und sich Investitionen in die Stützung der häuslichen Pflege somit auch finanziell lohnen würden. Überhaupt lohne sich eine Zusammenarbeit aller Akteure. Denn der Bereich wächst ständig – sollte aber nicht nur Marktgesetzen folgen, sondern durch die Kommunen begleitet werden. Die Sicherung des Lebens trotz Pflegebedürftigkeit ist auch eine Aufgabe der öffentlichen Gesundheitsfürsorge (und nicht nur ein Versicherungsproblem).

Die Stadt Langenfeld (Kreis Mettmann) hat sich schon vor etlichen Jahren auf den Weg gemacht. Die 1. Beigeordnete, Marion Prell, stellte engagiert zahlreiche kommunale Aktivitäten vor. Das Projekt Quart-UpA fand im Märkischen Kreis und im Kreis Mettmann statt, vorgestellt wurden die Beteiligten aus den Städten Altena, Wülfrath und Heiligenhaus.

In diesen Orten entstand zur Projektbegleitung auch ein Kreis pflegender Angehöriger, einige davon waren zur Tagung angereist. Sie berichteten aus ihren aktuellen Pflegesituationen und die Zuhörerinnen und Zuhörer waren entsetzt über viele Unzulänglichkeiten.

Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner, früher ärztlicher Leiter des Westfälischen Landeskrankenhauses in Gütersloh und Lehrstuhlinhaber für Psychiatrie an der Universität Witten/Herdecke, rief zum bürgerschaftlichen Engagement auf und legte dar, dass er seit Jahren durch die deutschsprachigen Länder reist, um deutlich zu machen, dass staatliche und professionelle Dienstleistungen den Bedarf nicht decken können. „Helfensbedürftig“ nennt Dörner den Ansatz, dass Menschen sich mit Gewinn für andere engagieren. Dahinter steht die Idee, dass Institutionen und „Profis“ menschlichen Interessen nicht genügend begegnen können. Schließlich gab es noch eine kurze Podiumsdiskussion und einen Gedankenaustausch mit den Teilnehmenden. Ein kurzes musikalisches Intermezzo von Johannes Köstlin, Kantor der evangelischen Kirchengemeinde Altena, sorgte für gute Laune.

Weitere Informationen: Tanja Segmüller, 02302 / 926-325 oder tanja.segmueller@uni-wh.de

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