Kontinuierliche Kompetenzsteigerung bei Ärzten – Fortbildung in der Medizin

Ärzte müssen sich aufgrund der gesetzlichen Fortbildungsverpflichtung kontinuierlich weiterbilden, um dem ständigen Fortschritt der Medizin gerecht zu werden und Patienten stets eine optimale Versorgung bieten zu können. Um das Vertrauen zwischen Patient und Arzt aufrecht zu erhalten und zu stärken, wurde 2004 eine Nachweispflicht eingeführt. Demnach müssen Ärzte in einem festgelegten zeitlichen Rahmen nachweisen, dass sie ihrer Fortbildungsverpflichtung nachgekommen sind. Da das Angebot für Fortbildungen schier unüberschaubar ist, gestaltet sich die Suche nach geeigneten Fortbildungsmaßnahmen sehr aufwändig. Es gibt jedoch eine zentrale Anlaufstelle für medizinische Fachkräfte, die das Vorhaben erleichtert. 

 

§ 95d – Pflicht zur fachlichen Fortbildung

Damit Ärzte ihren Beruf und damit die vertragsärztliche Versorgung kompetent ausüben können, müssen ihre Fachkenntnisse regelmäßig auf den aktuellen Stand gebracht werden. Um Patienten zu schützen und eine bestmögliche Versorgung sicherzustellen, hat der Gesetzgeber ins Fünfte Sozialgesetzbuch eine verpflichtende Regelung integriert. Sie besagt, dass alle Ärzte, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen zu einer kontinuierlichen Fortbildung verpflichtet sind. Psychotherapeuten sind hiervon gleichermaßen betroffen. Die entsprechenden Fortbildungsmaßnahmen müssen frei von wirtschaftlichen Interessen sein und „dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse auf dem Gebiet der Medizin, Zahnmedizin oder Psychotherapie entsprechen.“ (Quelle: gesetze-im-internet.de) Grundsätzlich wird Fortbildung als immanenter Bestandteil der ärztlichen Beschäftigung verstanden. Das ärztliche Selbstverständnis setzt die berufsbegleitende Aktualisierung des Fachwissens sowie die regelmäßige Erweiterung der fachlichen Kompetenzen voraus. Mit der Fortbildungsverpflichtung wird vom Gesetzgeber das Ziel verfolgt, die Behandlungsqualität unaufhörlich zu verbessern und die Versorgungssicherheit der Gesellschaft zu gewährleisten.

Mit inhaltlichen und formalen Empfehlungen für Fortbildungen werden die Ärzte bei ihren Bemühungen durch die Ärztekammern unterstützt. Allerdings können die Ärztekammern die Suche nach idealen Fortbildungsangeboten nur eingeschränkt erleichtern. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass es bisher keine zentralisierte Anlaufstelle gab, bei der sich Ärzte über das individuelle Angebot über Weiterbildungsmaßnahmen in ihrem Fachgebiet informieren konnten, war die Auswahl enorm erschwert und mühsam. Es gibt jedoch mittlerweile einen zentralen Knotenpunkt, der den zeitlichen Aufwand im Bereich der Fortbildungssuche maßgeblich minimiert: Beim Onlineportal docampus sind über 111.000 Maßnahmen zur Fortbildung für Medizin in Deutschland hinterlegt. Die Internetseite verleiht Ärzten und Assistenten die Möglichkeit schnell und einfach Fortbildungen speziell für ihren Fachbereich herauszusuchen. Über eine komfortable Suchmaske wird nach entsprechenden Maßnahmen und Angeboten gefiltert. Das Problem der extrem aufwändigen Recherche entfällt damit.

 

Nachweispflicht verstärkt Qualitätssicherung

Alle fünf Jahre müssen Vertragsärzte nachweisen, dass sie ihrer Fortbildungsverpflichtung nachgekommen sind. Diese Nachweispflicht gilt für Vertragsärzte und Fachärzte in Krankenhäusern seit Januar 2004. Diese gesetzliche Verankerung soll die Qualitätssicherung zusätzlich fördern. Der Nachweis erfolgt gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung und muss rechtzeitig übermittelt sein. Kommt ein Arzt dieser Verpflichtung nicht nach, wird sein Honorar gekürzt, was die Motivation natürlich verstärkt, an den Fortbildungen teilzunehmen und den Nachweis vorzulegen.

Nachgewiesen werden können die Fortbildungen durch Fortbildungszertifikate der jeweiligen Kammer. Sämtliche Zertifikate müssen detailliert festgelegten Bestimmungen entsprechen, um gültig zu sein. Die Kriterien müssen mit denjenigen übereinstimmen, die von der jeweiligen Arbeitsgemeinschaft der Kammern auf Bundesebene verfasst wurden. Nur in Ausnahmefällen dürfen andere Nachweise bestätigen, dass die Fortbildung den Anforderungen nach Absatz 1 Satz 2 und 3 des §95d entsprechen. Grundsätzlich sind ausschließlich Fortbildungsmaßnahmen anrechenbar, die von einer Heilberufskammer oder Ärztekammer anerkannt wurden. Außerdem müssen diese Einrichtungen die Veranstaltungen zuvor mit Fortbildungspunkten bewerten. Die genannten Pflichten gelten sowohl für niedergelassene, als auch für ermächtigte und angestellt Ärzte sowie Psychotherapeuten.

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