Komplementärmedizin im klinischen Alltag keine Seltenheit mehr

„Die Komplementärmedizin stärkt die Selbstheilungskräfte der Patientin, setzt auf Prävention und Selbstverantwortung und arbeitet mit Methoden, die keine nennenswerten Nebenwirkungen haben“, erklärte Professor Gerhard. Die Gynäkologin leitete viele Jahre die Naturheilkunde-Ambulanz der Universitäts-Frauenklinik in Heidelberg.

Medizin, die ergänzend wirkt

Bei hormonellen Störungen, besonders im Zusammenhang mit unerfülltem Kinderwunsch, haben sich sogenannte ordnungstherapeutische Maßnahmen als sinnvoll erwiesen. Professor Gerhard: „Sowohl mit Phytopharmaka als auch mit der Akupunktur und Homöopathie können Zyklen reguliert und gute Konzeptionsraten erzielt werden, ohne dass Nebenwirkungen, wie sie bei der hormonellen Therapie möglich sind, auftreten.“ Während die Endometriose und Tumorerkrankungen primär schulmedizinisch behandelt werden müssen, können bereits perioperativ komplementäre Methoden eingesetzt werden. Postoperativ können sie dabei helfen, eine neue Lebensordnung wiederherzustellen (Mind/Body Medizin) und Selbstheilungskräfte zu mobilisieren. Auch könnten, so Gerhard, Omega-3-Fettsäuren, B-Vitamine und Magnesium bei Endometriose Schmerzen lindern und in die hormonelle Regulation eingreifen.

In der Tumortherapie haben sich verschiedene Methoden bewährt, die dazu beitragen, die Nebenwirkungen der Chemo- und Strahlentherapie zu reduzieren und langfristig die Lebensqualität zu verbessern: Selen- und Vitamin C- Infusionen, Misteltherapie, Mikrobiologische Therapie, homöopathische Komplex- und Einzel-mittel, Traditionelle Chinesische Medizin. Verschiedene Formen der Hyperthermie und Sauerstofftherapie, ebenso wie Vakzinationen und zellbezogene Therapien (bspw. Dendritische Zellen) haben vielerorts ihren Einzug in die konventionelle Medizin gehalten. Auch für häufig eingesetzte immunmodulierende Therapien, wie Medizinische Pilze, Tees und spezielle Pflanzenextrakte, liegen inzwischen aus der Grundlagenforschung Wirkmechanismen vor, so dass mit zunehmender Akzeptanz zu rechnen ist.
(idw, 10/2010)

Scroll to Top