„Kompetenznetze in der Medizin“ erfolgreich evaluiert

Die aufgebauten Strukturen haben Pionier- und Vorbildcharakter, sind international hoch anerkannt und verbessern die Patientenversorgung. Es wurden neue bzw. optimierte Verfahren für Diagnose, Therapie und Prävention entwickelt, die unmittelbar in die Versorgung umgesetzt werden können. Als einer der ersten Förderansätze des Gesundheitsforschungsprogramms der Bundesregierung stellt „Kompetenznetze in der Medizin“ bei wichtigen Krankheitsbildern konsequent die Vernetzung in der Gesundheitsforschung in den Fokus. Hierdurch soll die Translation von der Grundlagenforschung bis zur patientenorientierten Forschung verbessert werden. Seit 1999 fördert das BMBF 21 Kompetenznetze in vier Generationen . Auf Empfehlung des Gesundheits-forschungsrates (GFR) hat das BMBF im Jahr 2012 ein Gutachten erstellen lassen, das die Wirkung und die Ergebnisse von Vernetzung in der Gesundheitsforschung am Beispiel des Förderinstruments „Kompetenznetze in der Medizin“ eingehend analysiert. Die 16 Kompetenznetze der ersten drei Generationen, für welche die Förderung bereits ausgelaufen ist oder zeitnah ausläuft, wurden in die Evaluation einbezogen.

Die Evaluation hat gezeigt: Zur Überwindung der bisherigen Zersplitterung der medizinischen Forschungslandschaft werden die zerstreuten Kapazitäten, Kompetenzen und Infrastrukturen gebündelt. Forscher und Ärzte arbeiten eng zusammen. Daran beteiligt sind Universitäten, (Universitäts-)kliniken, stationäre und ambulante Versorgungseinrichtungen, Patientenorganisationen und Unternehmen. Die Bündelung von Kapazitäten und Kompetenzen ermöglicht die Bearbeitung neuer Themenstellungen, die über die Expertise einzelner Institutionen hinausgehen. Über multizentrische Ansätze werden zudem ausreichend hohe Fallzahlen in der Patientenrekrutierung zur Generierung valider Daten für die klinische und Versorgungsforschung ermöglicht. Die erhöhte Sichtbarkeit verbessert die Chancen bei der Antragstellung im internationalen Kontext, wie zahlreiche Beispiele zeigen. Von den Kompetenznetzen wurden wesentliche Forschungsinfrastrukturen für die deutsche Gesundheitsforschung (Biomaterialbanken, klinische und epidemiologische Register) auf- und ausgebaut und dadurch die standortübergreifende Bearbeitung von Forschungsfragestellungen ermöglicht. Meist hierauf aufbauend wurden mehr als 400 klinische und epidemiologische Studien durchgeführt und damit die nicht-kommerzielle klinische Forschung in Deutschland wesentlich voran getrieben. Daraus ergibt sich ein hoher Mehrwert für die Patientenversorgung.

Für die erfolgreiche Entwicklung eines Kompetenznetzes müssen Ziele und Strukturen aus einer gemeinsam vorab definierten und regelmäßig überprüften Strategie abgeleitet werden. Hierzu zählen ebenso die Etablierung tragfähiger Organisations-, Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen wie die zielorientierte Besetzung der Gremien im Netz sowie eine professionelle Leitung und Geschäftsstelle. Denn ein erfolgreiches Netzwerk ist als gemeinsame Unternehmung komplementärer Partner zu verstehen, die gemeinsam ein strategisches Ziel verfolgen. Das Förderinstrument „Kompetenznetze in der Medizin“ hat hierfür den Grundstein gelegt.

Die Evaluation zeigt, dass das Förderinstrument „Kompetenznetze in der Medizin“ für die Vernetzung in der Gesundheitsforschung und eine verbesserte Translation geeignet ist. Das Gutachten hat zudem Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Vernetzung sowie für den Etablierungsprozess, die Steuerung und die Administration von Netzwerken abgeleitet. Die Kurzfassung des Gutachtens zur Evaluation des Förderinstruments „Kompetenznetze in der Medizin“ finden sie hier:

Der Gesundheitsforschungsrat wurde 1990 eingerichtet. Ihm gehören im Wesentlichen Vertreter der großen Forschungs- und Forschungsförderorganisationen aus dem In- und Ausland an. Er berät das Bundesministerium für Bildung und Forschung in übergreifenden Fragen der Gesundheitsforschung und bei der Gestaltung des Gesundheitsforschungsprogramms. Er stellt aufgrund seines breiten Sachverstands und seiner Mitgliederstruktur eine wichtige Kommunikations- und Beratungsplattform für die Gesundheitsforschung insgesamt dar.

Im Projektträger im DLR, Gesundheitforschung, ist die Geschäftstelle des Gesundheitsforschungsrates angesiedelt.

Kontakt:

Projektträger im DLR
Geschäftsstelle des Gesundheitsforschungsrates
Dr. Marianne Kordel-Bödigheimer
Tel.: 0228-3821-1137
Fax: 0228-3821-1257
E-Mail: Marianne.Kordel@dlr.de

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