Kompetenzen bündeln, Agrar-Versuchsstandorte stärken

Über die Relevanz einer integrierten Forschungsinfrastruktur waren sich die Teilnehmer der Veranstaltung im Hans-Eisenmann-Zentrum der TU München in Freising einig. Um als Agrar-Forschungsgemeinschaft auch künftig schlagkräftig und international wirken zu können, kommen die Institutionen nicht umhin, die bisherigen Strukturen auf den Prüfstand zu stellen und sich stärker zu vernetzen. Probleme, aber auch Beispiele für erfolgreiche Kooperationen wurden besprochen: Bei der Planung der Forschungsinfrastruktur im Feldversuchswesen in Brandenburg etwa haben sich Universitäten, Hochschulen, Bundes- und Landesressortforschung sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtung zusammengeschlossen. Im Gartenbau kooperieren gleich mehrere norddeutsche Bundesländer.

Was den Aufbau einer Forschungsinfrastruktur für ganz Deutschland angeht, blieben allerdings viele Fragen noch offen: Wo sind Kooperationen sinnvoll, wo nicht? Wie intensiv können oder müssen sie sein? Welchen Gestaltungsspielraum bieten solche Bündelungen? Welche Bereiche umfasst die Infrastruktur? Und nicht zuletzt: Will man im Sinne einer integrierten Infrastruktur auch eine gemeinsame Verwertung von Daten vorantreiben? „Die Antworten darauf finden sich sicherlich nicht von heute auf morgen, einen Prozess dazu können und sollten wir aber jetzt anstoßen“, sagte DAFA-Sprecher Hubert Wiggering.

Bernd Freier vom Julius Kühn-Institut (JKI) plädierte in seinem Beitrag dafür, in einem ersten Schritt die Dauerfeld- und Langzeitversuche systematisch zu erfassen, um somit einen Überblick zum Status quo zu gewinnen. Dieses Thema wird das JKI innerhalb der DAFA weiter voranbringen.

Aus dem Fachforum Grünland wurde der Vorschlag eingebracht, die Versuchsinfrastruktur zur Grünlandforschung zusammenzustellen und für eine gemeinsame strategische Ausrichtung zu nutzen.

Für das Fachforum Nutztiere, das auf die messbare Verbesserung des Zustands der Nutztierhaltung abzielt, sind Versuchsstationen ein zentrales Element für Haltungsfragen. Durch die Neufassung des Tierschutzgesetzes ist zu erwarten, dass die Bedingungen und Anforderungen sowohl für Versuche mit landwirtschaftlichen Nutztieren als auch für die Tierhaltung auf Versuchsstationen schwieriger werden. Hier wird die DAFA sich einbringen, um in einem Dialog mit den betroffenen Akteuren aus Forschung und Verwaltung praktikable Lösungen zu finden.

Zusätzlich strebt die DAFA an, gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Bioökonomierat an das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) heranzutreten und Formate für eine integrierte Forschungsinfrastruktur in Deutschland zu entwickeln.

Bei der anschließenden Mitgliederversammlung wurde beschlossen, Fachforen zur Zukunft des ökologischen Landbaus sowie nach weiterer Fokussierung zu Obst und Gemüse im Gartenbau einzurichten.

Die DAFA ist ein Gemeinschaftsprojekt der deutschen Agrarforschung. Das Netzwerk verfolgt das Ziel, die Leistungsfähigkeit, die Transparenz und die internationale Sichtbarkeit der deutschen Agrarforschung zu verbessern.

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