Kommission lobt MHH als Transplantationszentrum

Die Prüf- und Überwachungskommission der Bundesärztekammer hat der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bei Transplantationen eine tadellose Arbeit bescheinigt. „Die Überprüfungen haben ergeben, dass wir unsere Transplantationen hervorragend dokumentiert haben und es keinerlei Grund zu Beanstandungen gibt“, sagt MHH-Vizepräsident Dr. Andreas Tecklenburg, zuständig für das Ressort Krankenversorgung. Nachdem die Kommission im Vorjahr bereits die Herz- und davor Nieren- und Lebertransplantationen an er MHH überprüft hatte, legte sie nun als letzten Baustein den Prüfbericht für die Lungentransplantationen vor. Die MHH ist eines der größten Transplantationszentren Deutschlands und bei Lungen sogar das größte Zentrum Europas.

Die Kommission hatte 378 Lungentransplantationen der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie von Professor Dr. Axel Haverich aus den Jahren 2010 bis 2012 stichprobenartig beleuchtet. In dieser Zeit waren 358 isolierte Lungentransplantationen durchgeführt worden sowie 20 kombinierte Herz-Lungen-Transplantationen. Die Prüfer hatten ihr Kommen erst einen Tag zuvor angemeldet und hatten eine Auswahl von 56 Fällen getroffen, die sie von den MHH-Ärzten genauer erläutert haben wollten. Darunter waren 20 Patienten, die die Hochschule als hoch dringliche Fälle eingestuft hatte.

„Wir haben in jedem Einzelfall nachgewiesen, dass für unsere Hochdringlichkeitsmeldungen die medizinischen Indikationen vorlagen“, betont Professor Haverich. „Die MHH hat als eines der größten deutschen Transplantationszentren eine besondere Verantwortung und steht in der Tradition unserer Transplantationspioniere Rudolph Pichlmayr und Hans Borst“, ergänzt er. „Nur mit größtmöglicher Transparenz können wir das Vertrauen der Menschen in die Transplantationsmedizin zurückgewinnen. Die Arbeit der Überwachungskommission und dieses Ergebnis sind wichtige Bausteine auf diesem Weg.“ MHH-Vizepräsident Dr. Tecklenburg gibt zu bedenken: „Wer der Organspende positiv gegenüber steht, aber aufgrund der Unregelmäßigkeiten in einigen Kliniken auf einen Organspendeausweis verzichtet, bestraft leider die Patienten, die auf ein lebensrettendes Organ warten und nicht die einzelnen schwarzen Schafe.“

Bei der Überprüfung der Transplantationen konnten die MHH-Ärzte auch den immer wieder gehegten Vorwurf widerlegen, Privatpatienten würden bei der Organvergabe bevorzugt. „Es bestanden keine Anhaltspunkte dafür, dass Privatpatienten bevorzugt behandelt oder transplantiert werden“, heißt es in dem Prüfbericht.

Einzig der Gemeinsame Bundesauschuss (GBA) hatte in einer weiteren Prüfung einen Kritikpunkt bei der Dokumentation innerhalb des Nierenlebendspenden-Programms. Die Dokumentation hat die MHH mittlerweile angepasst.

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