Kognitive Verhaltenstherapie reduziert Angst

Der aktuelle Forschungsnewsletter des Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD) der Universität Witten/Herdecke beschäftigt sich insbesondere mit der Reduzierung von Angst durch therapeutische Interventionen. Dies gilt vor allem für Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz, also etwa Interventionen wie Kognitive Verhaltenstherapie und Psychotherapie.

Bis zu 71 Prozent der Menschen mit Demenz leiden an Angstsymptomen, bis zu 21 Prozent an einer Angststörung. Dies zeigt sich unter anderem an anhaltender Rastlosigkeit, Agitiertheit, Tag-Nachtumkehr und Aggressionen. Man rechnet damit, dass Ängste mit dem Fortschreiten der Erkrankung zunehmen.

Bislang werden Angststörungen in der Demenz – wenn überhaupt – medikamentös behandelt, mit in der Regel fragwürdigem Ergebnis. Für Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz bietet sich die kognitive Verhaltenstherapie als Alternative an. Diese fokussiert Verhalten, Gefühle und Gedanken im Jetzt und Hier, bezieht Angehörige mit in das Lernprogramm ein, gibt „Hausaufgaben“ mit von Sitzung zu Sitzung.
Eher kleinere Studien haben bislang erwiesen, dass Menschen mit Demenz von diesem Programm profitieren, sich Ängste und Depressionen deutlich mildern und positive, erfreuliche Aktivitäten steigern lassen. So berichtet beispielsweise eine Studie aus England von positiven Ergebnissen, was die Milderung von Ängsten und Depressionen bei Demenz anbelangt, nachdem auf systematische Weise einzelne verhaltenstherapeutische Interventionen für Menschen mit Demenz und Angststörungen beforscht worden sind.

Im Videoeditorial geht der Philosoph und Demenzexperte Christian Müller-Hergl auf weitere Schwerpunkte des aktuellen Forschungsnewsletters ein und macht Lust auf mehr: https://www.youtube.com/watch?v=Y4fdFZqK1Ko&t=1s
Hier der Link zum aktuellen Forschungsnewsletter: http://dzd.blog.uni-wh.de/wp-content/uploads/2017/10/Newsletter-24_2017.pdf

Passend zum Schwerpunkt „Demenz und Angst“ veranstaltet das Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD) auch am 8. November eine Fachtagung. Hier erfahren Sie mehr dazu: http://dzd.blog.uni-wh.de/video-zum-fachtag-angst-und-demenz/#more-13662

Weitere Informationen bei Detlef Rüsing, (0) 2302 / 926-306, E-Mail: detlef.ruesing@uni-wh.de

Über DZD:
Zu den Schwerpunkten des Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD) gehört es, den Dialog zwischen Forschung und Praxis in der Versorgung Demenzerkrankter zu fördern. Das DZD wird seit 2005 von Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW und den Pflegekassen NRW gefördert und ist Teil der Landesinitiative Demenz-Service NRW. Es ist am Department Pflegewissenschaft (Fakultät für Gesundheit) der Universität Witten/Herdecke angesiedelt.

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 2.400 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

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