Körpereigene Waffen gegen Tumorzellen: RUB-Mediziner erhält Wissenschaftspreis

Körpereigene Waffen gegen Tumorzellen
Forschungsarbeit zu Weichgewebssarkomen ausgezeichnet
RUB-Medizin: Wissenschaftspreis für Plastischen Chirurgen

Prof. Dr. Lars Steinsträßer ist mit dem diesjährigen PharmaMar-Wissenschaftspreis Weichgewebssarkome ausgezeichnet worden. Der Leitende Arzt der Klinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte des Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikums Bergmannsheil erhielt den mit 10.000 Euro dotierten Preis für seine Forschungsarbeit zu einem neuen Therapieansatz bei bösartigen Weichgewebstumoren (Sarkome): Im Mittelpunkt der Studie stehen sogenannte Effektormoleküle des angeborenen Immunsystems, die genutzt werden könnten, um Sarkomzellen gezielt zu bekämpfen.

Seltene Tumorerkrankungen

Sarkome sind bösartige Tumorerkrankungen, die an jeder Stelle des Weichgewebes auftreten können, zum Beispiel an Armen und Beinen, am Rumpf oder auch im Körperinneren. Mit etwa 2.000 bis 3.000 Neuerkrankungen pro Jahr zählen sie zu den seltenen Tumorerkrankungen. Weil sie in sehr verschiedenen Ausprägungen und Schweregraden auftreten können, sind die therapeutischen Perspektiven der Patienten höchst unterschiedlich.

Eiweiße greifen Sarkomzellen an

Einen möglichen neuen Therapieansatz hat RUB-Mediziner Prof. Steinsträßer in seiner preisgekrönten Forschungsarbeit „Suppression of Soft Tissue Sarcoma Growth by a Host Defense-Like Lytic Peptide“ untersucht. Den Schlüssel dabei bilden sogenannte Effektormoleküle des angeborenen Immunsystems. Diese auch als Host Defense Peptide bezeichneten Eiweiße sorgen für die wirksame Bekämpfung von Krankheitserregern wie Bakterien, Pilzen und Viren. In seiner Studie hat Prof. Steinsträßer gezeigt, dass diese Eiweiße im wissenschaftlichen Versuch auch Sarkomzellen frühzeitig erkennen und angreifen können. Das Wissen um diesen Funktionsmechanismus könnte dazu beitragen, natürliche oder synthetische Peptide so zu konfigurieren, dass sie zu wirksamen Therapien für Sarkompatienten entwickelt werden könnten. Die Klinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte des Bergmannsheil (Direktor: Prof. Dr. Hans-Ulrich Steinau) ist ein international renommiertes operatives Referenzzentrum für Weichgewebssarkome mit derzeit über 3.000 behandelten Patienten.

Wissenschaftspreis fördert Sarkomforschung

Der PharmaMar-Wissenschaftspreis Weichgewebssarkome ist zum vierten Mal verliehen worden. Er soll dazu beitragen, die Forschung auf dem Gebiet der Weichgewebssarkome zu unterstützen und neue Diagnose- und Therapiestrategien zu erschließen. Prof. Steinsträßer erhielt den Preis auf der zweiten Sarkomkonferenz in Berlin, die unter anderem von den Fachgesellschaften für Hämatologie und Onkologie in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgerichtet wurde. Weitere Informationen stehen im Internet unter: http://www.sarkomkonferenz.de

Weitere Informationen

Prof. Dr. Lars Steinsträßer, Heisenberg-Professor für Molekulare Onkologie und Wundheilung, Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH, Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Handchirurgiezentrum, Operatives Referenzzentrum für Gliedmaßentumore , Bürkle-de-la-Camp-Platz 1, 44789 Bochum, Tel. 0234/302-6841, E-Mail: lars.steinstraesser@ruhr-uni-bochum.de

Pressekontakt

Robin Jopp, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Wi-Med Bergmannsheil GmbH, c/o Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH, Bürkle-de-la-Camp-Platz 1, 44789 Bochum, Tel. 0234/302-6125, E-Mail: robin.jopp@bergmannsheil.de

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