Körpereigene Eiweiße gegen Krebs: Plastischer Chirurg des Bergmannsheil erhält DFG-Förderung

Bochum, 11.7.2012
Nr. 246

Körpereigene Eiweiße gegen Krebs
Plastischer Chirurg des Bergmannsheil erhält DFG-Förderung
Prof. Dr. Lars Steinsträßer forscht an neuen Therapien gegen bösartige Weichgewebstumoren

Wie man körpereigene Eiweiße zur gezielten Bekämpfung von Krebszellen nutzen könnte, ist Schwerpunkt eines Forschungsprojektes am Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil der RUB. Prof. Dr. Lars Steinsträßer, Leitender Arzt der Klinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte (Direktor: Prof. Dr. Marcus Lehnhardt) untersucht die Wirkungsweise sogenannter Effektormoleküle des angeborenen Immunsystems: Diese Eiweißverbindungen (Host Defense Peptide) sind wirkungsvolle Waffen gegen Bakterien, Pilzen oder Viren, greifen jedoch auch Zellen von bösartigen Weichgewebstumoren (sogenannten Sarkomen) an, wie die Arbeitsgruppe herausgefunden hat. Um diesen Mechanismus genauer zu erforschen, erhält sie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft eine Förderung von 280.000 Euro.

Seltene Tumorerkrankungen

Sarkome sind bösartige Tumorerkrankungen, die an jeder Stelle des Weichgewebes auftreten können, zum Beispiel an Armen und Beinen, am Rumpf oder auch im Körperinneren. Mit etwa 2.000 bis 3.000 Neuerkrankungen pro Jahr zählen sie zu den seltenen Tumorerkrankungen. Die chirurgische Entfernung, begleitet von einer multimodalen Therapie, stellt derzeit die einzige Behandlungsmöglichkeit dar, die eine gute Heilungschance verspricht. Vor allem bei der Entfernung von Gliedmaßen-Sarkomen bilden plastisch-rekonstruktive Verfahren eine erprobte Behandlungsoption; die Funktionalität der betroffenen Gliedmaßen wird dabei weitestgehend erhalten.

Eiweiße greifen Sarkomzellen an

An einer neuen Therapieoption gegen Sarkome forschen Prof. Dr. Lars Steinsträßer und sein Team. Synthetisch hergestellte Host Defense Peptide könnten möglicherweise so konfiguriert werden, dass sie als wirksame Waffen gegen Sarkomzellen eingesetzt werden könnten. Im wissenschaftlichen Versuch haben die Forscher nachgewiesen, dass diese speziellen körpereigenen Eiweißverbindungen Sarkomzellen gezielt angreifen. Diesen Wirkmechanismus wollen sie nun zunächst im Rahmen von Grundlagenstudien genauer verstehen. Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen sollen dann mögliche therapeutische Optionen erwogen und weiter verfolgt werden. Die Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte des Bergmannsheil gilt als ein international renommiertes operatives Referenzzentrum für Weichgewebssarkome und hat bislang über 3.000 Patienten mit dieser seltenen Krebsart behandelt.

Über das Bergmannsheil

Das Berufsgenossenschaftliche Universitätsklinikum Bergmannsheil repräsentiert den Strukturwandel im Ruhrgebiet wie kein anderes Krankenhaus: 1890 als erste Unfallklinik der Welt zur Versorgung von verunglückten Bergleuten gegründet, zählt es heute zu den modernsten und leistungsfähigsten Akutkliniken der Maximalversorgung und gehört zum Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum (UK RUB). In 22 Kliniken und Fachabteilungen mit insgesamt 622 Betten werden jährlich rund 19.000 Patienten stationär und ca. 60.000 ambulant behandelt. Mehr als die Hälfte der Patienten kommen aus dem überregionalen Einzugsbereich.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Lars Steinsträßer, Heisenberg-Professor für Molekulare Onkologie und Wundheilung, Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH, Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Handchirurgiezentrum, Operatives Referenzzentrum für Gliedmaßentumore, Bürkle-de-la-Camp-Platz 1, 44789 Bochum, Tel.: 0234/302-6841
lars.steinstraesser@rub.de

Robin Jopp, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Wi-Med Bergmannsheil GmbH, c/o Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH, Bürkle-de-la-Camp-Platz 1, 44789 Bochum, Tel.: 0234/302-6125
robin.jopp@bergmannsheil.de

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