Kölner Schock-Kongress bringt Kliniker und Mathematiker zusammen

Vom 24. bis zum 27. September 2015 treffen sich im Kölner Leonardo-Hotel rund 250 Fachleute aus aller Welt und Forschungsrichtungen. Ihr Ziel: Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Ursachen und Wirkungen eines Schocks schneller am Krankenbett für die Patienten als verbesserte Behandlung nutzbar zu machen. „Wir bringen in diesem Kongress die Praktiker und die Theoretiker zusammen. Auf der einen Seite haben wir Systembiologen, Statistiker und Ingenieure, die die Grundlagenforschung betreiben. Und auf der anderen Seite die Kliniker, die mit dem Rettungshubschrauber zu den schweren Unfällen fliegen und die dann meist mit dem Schockzustand ihrer Patienten zu kämpfen haben“, erklärt Prof. Dr. Marc Maegele, der Kongresspräsident und selber mit dem Rettungshubschrauber Christoph 3 im Einsatz, die Ausrichtung der Tagung. Prof. Dr. Maegele gehört zur Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie der Kliniken der Stadt Köln, deren Chefarzt, Prof. Dr. Bertil Bouillon den Lehrstuhl für Unfallchirurgie/Orthopädie der Universität Witten/Herdecke innehat.

Mit dem Begriff Schock wird ein Alarmzustand bezeichnet, mit dem der menschliche Körper versucht, den Kreislauf zu stabilisieren, wenn z. B. nach einem schweren Unfall mit starkem Blutverlust oder nach Herzversagen das Blut die Organe nicht mehr so versorgt wie es soll. Auch dramatisch verlaufende Infektionen im Sinne einer systemischen Blutvergiftung (Sepsis) münden im Schock und sind nach wie vor die Haupttodesursache auf deutschen Intensivstationen. Durch die experimentelle Forschung konnten in den letzten Jahren wesentliche Mechanismen zur Ursache der unterschiedlichen Formen des Schocks identifiziert werden und in moderne Therapiekonzepte zum Wohle der Patienten überführt werden. „Ein moderner Ansatz ist die Nutzung von Computersimulationen. Hier werden Erfahrungen aus der Patientenversorgung im Modell abgebildet und neue Behandlungsmethoden am Rechner ausprobiert. Der in der Simulation erfolgreichste Ansatz wird dann in Form einer klinischen Studie überprüft, bevor er dem Patienten auf der Intensivstation zu Gute kommt“, erläutert Prof. Dr. Edmund Neugebauer, der aktuelle Präsident der Europäischen Schockgesellschaft ESS. Zusammen mit der Internationalen Gesellschaft zur Erforschung komplexer Mechanismen bei kritischen Kranken (SCAI) ist die ESS in diesem Jahr Ausrichter des Kölner Kongresses.

Kontakt: Professor Dr. Marc Maegele
e-Mail: Marc.Maegele@t-online.de
Telefon: 0221 89 07 13 614

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