Knochenbrüche lassen sich vermeiden

(djd). In Deutschland leiden fast acht Millionen Menschen an Osteoporose, die meisten von ihnen sind Frauen nach den Wechseljahren. Doch trotz steigender Zahlen ist die Versorgungssituation der Patienten alles andere als zufriedenstellend. Oft werde eine Osteoporose nur unzureichend diagnostiziert und behandelt, bemängelt Professor Dr. Johann-Diederich Ringe. Ein weiteres Problem stelle die sogenannte mangelnde Therapietreue dar, denn häufig werde die Therapie vorzeitig abgebrochen. Um Betroffene zu informieren, setzt sich der Direktor des Westdeutschen Osteoporose Zentrums (WOZ) am Klinikum Leverkusen für mehr Aufklärung ein.

Moderne Therapiemöglichkeiten nutzen

Um dem Knochenabbau entgegenzuwirken, gibt es verschiedene medikamentöse Ansatzpunkte. So werden sogenannte Bisphosphonate täglich, wöchentlich oder monatlich in Tablettenform eingenommen oder in Form von Infusionen verabreicht. Einen anderen Ansatz verfolgen die Parathormone: Sie regen den Knochenaufbau an, werden aber nur in schwerwiegenden Fällen über maximal zwei Jahre eingesetzt. Parathormon muss – ähnlich wie Insulin bei Diabetes – täglich unter die Haut gespritzt werden. Strontiumranelat, eine weitere Therapieoption, kann sowohl den Knochenabbau hemmen als auch den Knochenaufbau anregen. Es wird täglich als Pulver – in Wasser eingerührt – eingenommen.

Die Natur als Vorbild

Einen völlig anderen Wirkansatz verfolgt der Antikörper Denosumab, der einen biologischen Schutzmechanismus des Körpers nachahmt. Indem er den Abbau von Knochenmasse blockiert, kann sich das Risiko von Knochenbrüchen deutlich verringern. Der Wirkstoff wird alle sechs Monate mit dünner Nadel direkt unter die Haut gespritzt. Experten gehen davon aus, dass sich durch diese einfache Verabreichung die Therapietreue der Patientinnen verbessert, da keine tägliche Tabletteneinnahme notwendig ist und somit auch keine Tablette vergessen werden kann. Auf http://www.osteoporose.de gibt es weitere hilfreiche Tipps zur Vorbeugung, richtigen Ernährung und Bewegung zum Schutz der Knochen bis hin zur zeitgemäßen medikamentösen Behandlung.

Scroll to Top