KMU erhalten einen besseren Zugang zu Schlüsseltechnologien

Zur besseren transnationalen Vermarktung von Schlüsseltechnologie–Angeboten hatte das Steinbeis-Europa-Zentrum Anfang Dezember 2017 zu einem Stakeholder-Dialog in Stuttgart eingeladen. Zwölf Vertreter baden-württembergischer Einrichtungen der angewandten Forschung diskutierten Potenziale und Barrieren des Angebots innovativer Dienstleistungen für Unternehmen aus anderen europäischen Ländern.

Der Workshop war Teil des europäischen Kooperationsprojekts KETGATE, das kleinen und mittleren Unternehmen einen besseren Zugang zu Schlüsseltechnologien ermöglichen soll. In Folge der Veranstaltung in Stuttgart werden im Laufe des Monats Dezember regionale Stakeholder-Workshops an sieben weiteren Standorten in Mitteleuropa durchgeführt. Ziel ist es, die Bedürfnisse von KMU sowie die Möglichkeiten der Forschungseinrichtungen hinsichtlich der Anwendung von Schlüsseltechnologien in Deutschland, Österreich, Italien, Polen, Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Kroatien zu erfassen.

Die Diskussion in Stuttgart zeigt, dass neben sprachlichen Hürden vor allem die mangelnde Kenntnis der einzelnen Schlüsseltechnologie-Anbieter und ihres individuellen Leistungsspektrums für die bisher geringe transnationale Zusammenarbeit ausschlaggebend ist. Hier könnten Wirtschaftsförderungseinrichtungen eine zentrale Vermittlerrolle einnehmen. Darüber hinaus wurde insbesondere ein Bedarf an gezielter finanzieller Förderung für transnationale Kooperation zwischen Forschungseinrichtungen und KMU erkannt.

Das Projekt KETGATE wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (Interreg-Programm CENTRAL EUROPE) gefördert. Unter der Koordination des Steinbeis-Europa-Zentrums bilden fünf Wirtschaftsförderungs- und drei Forschungseinrichtungen ein transnationales Netzwerk, das KMU den Zugang zu Schlüsseltechnologien erleichtern soll. Im Fokus stehen dabei die Schlüsseltechnologien moderne Werkstoffe, Photonik, Mikro- & Nanotechnologien für die Branchen Verkehr, Lebensmittelindustrie und Gesundheitstechnologien.

An jedem Partnerstandort werden Anlaufstellen eingerichtet, die KMU in ihrer Muttersprache zu den Anwendungspotenzialen von Schlüssel­technologien beraten. Durch gemeinsam entwickelte Dienstleistungsmodelle wird ausgewählten Unternehmen in Pilotprojekten die konkrete Anwendung von Schlüsseltechnologien durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen ermöglicht. Insgesamt sollen 90 KMU aus Mitteleuropa unterstützt sowie 15 transnationale Pilot-Kooperationen geschlossen werden.

Damit das Projekt über die Wettbewerbsfähigkeit der KMU in Mitteleuropa hinaus auch zur Umsetzung regionaler intelligenter Spezialisierungsstrategien (Smart Specialisation) beiträgt, ist geplant, mit 20 weiteren Organisationen vertragliche Verpflichtungen zur Ausweitung des Netzwerkes zu schließen.

Kontakt:
Steinbeis-Europa-Zentrum, Simone Jung, E-Mail: jung@steinbeis-europa.de

Scroll to Top