„Klinikmanagerin des Jahres“ kommt ans Frankfurter Uniklinikum

Seit 1. April ist Bettina Irmscher neue Kaufmännische Direktorin und Mitglied des vierköpfigen Vorstands am Frankfurter Universitätsklinikum. Sie tritt damit die Nachfolge von Dr. Hans-Joachim Conrad an, der Ende 2012 in Ruhestand gegangen ist. Nach Frankfurt wechselte Frau Irmscher vom Universitätsklinikum Rostock, wo sie seit 2003 in gleicher Funktion tätig war. Für ihre dortigen Verdienste wurde sie 2010 als „Klinikmanagerin des Jahres“ ausgezeichnet. Als Motivation für den Wechsel nennt Frau Irmscher einerseits persönliche Gründe. „Frankfurt ist meine Heimatstadt, hier bin ich aufgewachsen, hier habe ich studiert“, erklärt sie. Zugleich sei das Frankfurter Universitätsklinikum ein Zentrum des medizinischen Fortschritts und wegen seiner Größe und Komplexität eine besonders reizvolle Herausforderung. Die herausragenden Leistungen in Forschung, Lehre und Krankenversorgung haben dem Haus eine internationale Reputation verschafft, die es äußerst attraktiv mache, betont die Kaufmännische Direktorin.
Auch die anderen Vorstandsmitglieder des Universitätsklinikums sind sehr zufrieden mit dieser personellen Verstärkung. „Wir freuen uns, mit Frau Irmscher eine im wörtlichen wie auch übertragenen Sinne ausgezeichnete Kaufmännische Direktorin gewonnen zu haben“, sagt Prof. Jürgen Schölmerich, Vorstandvorsitzender und Ärztlicher Direktor. Das verantwortliche Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst blickt ebenfalls erwartungsfroh auf die Zusammenarbeit: „Mit Frau Irmscher konnten wir eine profilierte Spitzenmanagerin für diese zentrale, bedeutende Funktion gewinnen. Exzellentes Management ist eine wichtige Voraussetzung, um das Universitätsklinikum Frankfurt als Standort von Spitzenforschung, exzellenter Lehre und medizinischer Grundversorgung im Prozess der weitreichenden Modernisierung und umfangreichen Investitionen im Wettbewerb zu positionieren“, sagte die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann.

Rückkehr in die Heimat, zurück zur Alma Mater

Bettina Irmscher wurde 1958 in Hamburg geboren. Aufgewachsen ist sie jedoch in Frankfurt am Main, wo sie auch an der Goethe-Universität Betriebswirtschaftslehre studierte. Sie arbeitete nach dem Studium erst in einem Wirtschaftsprüferunternehmen in Mainz und dann als Konzernrevisorin der Degussa AG in Frankfurt. Ab 1994 war sie zunächst Dezernentin und ab 1996 Verwaltungsdirektorin an der Universitätsklinik der Martin-Luther-Universität in Halle an der Saale. 2003 wechselte sie als Kaufmännische Direktorin an die Universitätsklinik Rostock. In dieser Funktion wurde sie 2010 auf dem 8. Rheinischen Kongresses für Gesundheitswirtschaft zur „Klinikmanagerin des Jahres“ gewählt. Mit dieser Auszeichnung wurden ihre besonderen Verdienste um die wirtschaftliche Konsolidierung der Universitätsmedizin in Rostock gewürdigt.

Große aber auch sehr reizvolle Herausforderungen

Für Bettina Irmscher steht das Frankfurter Uniklinikum vor den generellen Problemen einer jeden Universitätsmedizin: Defizite bei Finanzierung und Investitionsmitteln. Um diese Herausforderung besser meistern zu können, sieht Frau Irmscher eines ihrer zentralen Ziele in der fortgesetzten Optimierung der bestehenden Trennungsrechnung zwischen Krankenversorgung auf der einen, und Forschung und Lehre auf der anderen Seite. In enger Zusammenarbeit mit dem Dekan des Fachbereichs Medizin, Prof. Josef Pfeilschifter, werden hier die Lösungen für Morgen weiterentwickelt. Zugleich betont Frau Irmscher, dass gemeinsam mit der Politik Modelle für eine zukunftssichere Krankenhausfinanzierung erarbeitet werden müssen. Universitätskliniken wie die in Frankfurt böten Hochleistungsmedizin, die über das aktuelle gesetzliche Abrechnungssystem nicht adäquat gedeckt sei. Außerdem müssten modernste Geräte für eine Krankenversorgung, die Forschungsergebnisse unmittelbar umsetzt, nicht nur angeschafft, sondern auch instand gehalten werden. „Hier entstehen Kosten, für die wir mehr Investitionsmittel brauchen“, erklärt die Kaufmännische Direktorin.

Konkrete Schritte

Um das hohe Niveau der Krankenversorgung trotz der Finanzierungslücken halten zu können, will Frau Irmscher die medizinischen und nichtmedizinischen Arbeitsprozesse am Klinikum weiter verbessern. Außerdem will sie bei den vorhandenen Ressourcen Sparpotenziale ausfindig machen – beispielsweise durch Personalberechnung oder durch eine Überprüfung des Geräteeinsatzes. Gleichzeitig müsse man aber auch kluge Finanzierungsmöglichkeiten suchen. Zu diesem Zweck habe das Klinikum die Beratungsgesellschaft Roland Berger engagiert. „Sie soll uns unterstützen, zusätzliche Ertragsmöglichkeiten zu finden und durch Organisationsoptimierung Kosten zu sparen“, so Irmscher.
Ein weiterer Tätigkeitsschwerpunk werde in der Umsetzung der angefangenen und geplanten Bauprojekte liegen. Durch die bauliche Zusammenführung der Kliniken könnten Synergien erzielt und damit Kosten eingespart werden, ist die Kaufmännische Direktorin überzeugt. Sehr wichtig seien ihr auch das Qualitätsmanagement und die Qualitätssicherung. „Bei jeder Zertifizierung und Rezertifizierung werden auch Prozesse und Strukturen aufs Neue überprüft“, betont Frau Irmscher. In diesem Bereich sei das Uniklinikum Frankfurt als eines von zwei gesamtzertifizierten Uniklinika bundesweit bereits sehr gut aufgestellt.

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