Kleine Kunstwerke aus Holz

(djd). Wer hat nicht in Kindheitstagen Äste bearbeitet, vielleicht sogar eine einfache Flöte geschnitzt? Bis heute fasziniert Kinder der Umgang mit einem Taschenmesser. Mit etwas Geschick verwandeln sich Fundstücke aus dem Wald in kleine Kunstwerke und laufen jedem gekauften Spielzeug schnell den Rang ab. Dennoch sind viele Eltern besorgt und fürchten, dass sich der Nachwuchs beim Hantieren mit der Klinge verletzen könnte. Dabei zeigt die Erfahrung: Kinder verhalten sich meist verantwortungsbewusst und beachten Regeln – wichtig ist es nur, dass Eltern sie zuvor auf mögliche Gefahren aufmerksam machen.

Wer schnitzt, der sitzt

Daher sollte zum ersten Taschenmesser, das beispielsweise zum Kindergeburtstag verschenkt wird, gleich ein Miniworkshop mit dazugehören. Eltern erklären dabei ihrem Nachwuchs den Umgang mit der Klinge und stellen gemeinsam die wichtigsten Sicherheitsregeln auf. Die erste Formel, die sich jeder merken kann, lautet: „Wer schnitzt, der sitzt.“ Der Umgang mit dem Messer erfordert ungeteilte Aufmerksamkeit, und dazu gehört ein fester Sitzplatz. Regel Nummer zwei besagt, dass man stets ausreichend Abstand zu anderen Personen halten soll. Dazu können Kinder einfach ihre Arme ausstrecken und sich einmal im Kreis drehen. Ist dabei niemand im Weg, reicht der Sicherheitsabstand aus.

Beim Schnitzen selbst ist eine Faustregel zu beachten: Die Klinge wird immer vom Körper und der Hand, die das Holz hält, weggeführt. Wird das Messer nicht mehr benötigt, klappt man es sofort zusammen und packt es weg. Klingen sollten auch nicht in den Boden gesteckt werden. Außerdem sollte man Taschenmesser stets im zusammengeklappten Zustand weitergeben. Und noch ein Grundsatz: Geschnitzt wird immer mit gesammelten Ästen. Bäume, deren Rinde und Pflanzen werden im Wald nicht beschädigt. Mehr Tipps rund ums Schnitzen und einen sicheren Umgang mit Taschenmessern bietet das Buch „Werken mit dem Taschenmesser“ (AT Verlag 2013, 24,90 Euro), das sich mit vielen Tipps und Schnitzanleitungen sowohl an Kinder als auch an Eltern wendet.

Stapellauf für das Schnitzfloß

Auf diese Weise gut vorbereitet, kann es nun in den Wald gehen, um Materialien für die ersten Bastelarbeiten zu sammeln. Für junge Schnitzer gibt es dazu spezielle Taschenmesser wie etwa das Modell „My First Victorinox“. Mit einer abgerundeten Klingenspitze verringert es die Gefahr von Verletzungen. Ältere Kinder können auch bereits problemlos mit einem klassischen Taschenmesser, etwa von Victorinox, schnitzen. So lassen sich zum Beispiel Äste bearbeiten, um daraus ein Floß zu bauen. Dafür benötigt man nicht mehr als einen Hauptmast, zwei dünnere Quermasten, acht Längsstämme und zwei Querstämme. Die Hölzer werden passend zugeschnitten, mit Bindfaden fixiert, aus einem Plastikbeutel lässt sich noch ein Segel zuschneiden – schon ist das Floß startklar. Diese und 25 weitere Anleitungen zum Nachschnitzen werden in dem Buch anschaulich erklärt.

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