Klartext reden

(rgz). Eltern nehmen eine zentrale Vorbildfunktion ein, wenn es um die Sozialisierung von „Konsummustern“ in Bezug auf alkoholische Getränke bei Kindern und Jugendlichen geht. Erste Erfahrungen mit Alkohol machen Kinder meist in der Familie, zum Beispiel wenn sie andere Familienmitglieder beim Konsum beobachten. Die Eltern erfüllen dabei eine wichtige Vorbildfunktion und haben durch ihren vorgelebten Umgang mit Alkohol einen entscheidenden Einfluss darauf, ob Kinder als Erwachsene in der Lage sein werden, alkoholhaltige Getränke verantwortungsbewusst und maßvoll zu konsumieren. Daher ist es wichtig, die Erziehungskompetenzen der Eltern durch gezielte Präventionsmaßnahmen zu verbessern und zu stärken.

Bundesweite Präventionsinitiative

Die bundesweite Präventionsinitiative „Klartext reden!“ wurde 2005 vom „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ des Bundesverbands der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V. (BSI) sowie von unabhängigen Wissenschaftlern in Kooperation mit dem BundesElternRat ins Leben gerufen, um die Alkoholprävention in Familien zu unterstützen. Die Bestandteile der Initiative sind eine Broschüre, die Webseite http://www.klartext-reden.de als begleitender Internetauftritt sowie vor allem ein Workshop-Angebot für Eltern und Erziehungsberechtigte. Eine Vielzahl von namhaften Psychologen, Pädagogen und Sozialpädagogen leiten diese Workshops.

Eltern sind Vorbilder

Dazu zählt auch die Suchtexpertin Diplom-Sozialpädagogin Klaudia Follmann-Muth. Sie setzt auf die Eltern als Vorbilder: „Eltern wissen sehr genau, wie wichtig ihre Vorbildfunktion in Bezug auf einen verantwortungsvollen Umgang mit alkoholhaltigen Getränken ist. Oft sind sie jedoch frustriert, wenn sich ihre Kinder nicht sofort so verhalten, wie sie sich das wünschen.“ Deshalb bräuchten die Eltern Unterstützung und Motivation, damit sie immer wieder aufs Neue ihren Standpunkt klarmachen. Nur wenn Eltern Klartext reden, so Follmann-Muth, fänden Kinder sicheren Halt in der Familie. Daher wollen die Workshops Eltern stark machen für die alltäglichen Erziehungsaufgaben.

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