KKNMS: Dritte Förderperiode erfolgreich gestartet

„Es ist ein wichtiger Erfolg, dass wir unsere Arbeit fortführen können. Vor allem die langangelegten Projekte, wie unsere Kohortenstudie zur Langzeitbeobachtung von MS-Patienten oder das Immuntherapieregister REGIMS, profitieren davon und können weiter wachsen. Zudem wurden neue Projekte bewilligt, in denen wir auch in Zukunft an der Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose forschen werden“, so Prof. Dr. Bernhard Hemmer, der als bisheriger Sprecher des KKNMS-Vorstands den Antrag auf Fortführung des Netzwerks koordiniert hat.

Fünf Konsortien

Insgesamt verteilen sich die Projekte der dritten Förderperiode auf fünf Konsortien aus der Grundlagen- und der klinischen Forschung. Zentraler Baustein der KKNMS-Forschungsarbeit ist das Konsortium „Cohorts and Trials“. Es vereint eine bereits bestehende MS-Kohorte mit einer neu gestarteten NMO-Kohorte sowie mit dem Immuntherapieregister REGIMS und der MS Brain Bank. In all diesen Projekten werden Bioproben und Daten gesammelt, die einerseits zur Langzeitbeobachtung dienen, andererseits Basis für die Erforschung konkreter Fragestellungen in weiteren Projekten sind. Zum Beispiel bei der Suche nach Biomarkern im Konsortium „Prognostic and therapeutic markers“. Die Forscher arbeiten daran, immunologische und bildgebende Merkmale als Marker für Prognose, Behandlungserfolg und Behandlungsrisiken zu definieren. Im Konsortium „Determinants of MS phenotypes“ wird erforscht, wie genetische Varianten individuelle Krankheitsverläufe oder das Ansprechen auf Immuntherapeutika beeinflussen. Mit Modellen für die MS beschäftigt sich das Konsortium „Modeling“ – das heißt, mit präklinischen Testsystemen, mit denen die Situation im menschlichen Körper nachgestellt und so untersucht werden kann.

Die Basis für die wissenschaftliche Arbeit stellt das Konsortium „Infrastructure“ zur Verfügung. Dazu gehören die IT-Infrastruktur, u.a. mit einer medizinischen Studiendatenbank und einer Datenbank für Bioproben und MRT-Bilder, sowie die zentralen Biobanken für zelluläres und nicht-zelluläres Biomaterial und für ZNS-Gewebeproben. Eine MRT-Qualitätskontrolle und biostatistische Unterstützung und Datenanalyse steht allen Projekten zur Verfügung. Ebenso ist die Geschäftsstelle des KKNMS Teil der Infrastruktur – sie unterstützt die Projektpartner bei allen administrativen und operativen Aufgaben des Netzes.

Qualitätssicherung in der Versorgung

„Neben der wissenschaftlichen Arbeit verfolgt das KKNMS weiterhin seine Maßnahmen zur Qualitätssicherung in der MS-Versorgung. Ziel ist es auch zukünftig, die Ergebnisse unserer vielfältigen Forschungsaktivitäten rasch für die Praxis zugänglich zu machen“, so Prof. Dr. Ralf Gold, neu gewählter Sprecher des KKNMS-Vorstands. In den vergangenen sechs Jahren seit Initiierung des Netzwerks wurden dafür verschiedene Wege etabliert, wie z.B. die MS-Leitlinie, das Qualitätshandbuch zur Therapie der Multiplen Sklerose und Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte sowie die MS-App mit EDSS-Rechner, SOP zur Erstdiagnose und Behandlungshinweisen.

Neuer Vorstand

Das KKNMS wählte im Rahmen einer Kick-off-Veranstaltung zum Start der neuen Förderperiode einen neuen Vorstand. Sprecher des Netzwerks ist nun Prof. Dr. Ralf Gold (Universität Bochum), stellvertretender Sprecher bleibt Prof. Dr. Heinz Wiendl (Universität Münster). Prof. Dr. Bernhard Hemmer (TU München) ist neuer Schriftführer, Prof. Dr. Frauke Zipp (Universität Mainz) bekleidet das Amt der Schatzmeisterin. Neugewählte Beisitzer sind Prof. Dr. Wolfgang Brück (Universität Göttingen), Prof. Dr. Martin Kerschensteiner (LMU München) und PD Dr. Tania Kümpfel (LMU München).

Details zu den KKNMS-Projekten der dritten Förderperiode sowie zum neugewählten Vorstand können der neuen Website des Netzwerks entnommen werden: www.kompetenznetz-multiplesklerose.de

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