KKNMS: Aktualisierung und Erweiterung des Informationsangebots für Neurologen

„Die progressive multifokale Leukenzephalopathie ist eine schwerwiegende Nebenwirkung, auf die sowohl behandelnde Ärzte als auch Patienten unbedingt hingewiesen werden müssen. Es ist daher wichtig, dass behandelnde Neurologen ab sofort die neue Patientenaufklärung verwenden. Engmaschige Blutbildkontrollen sind unverzichtbar, um frühzeitig eine Gefährdung durch die PML zu erkennen“, so Prof. Dr. Bernhard Hemmer, Sprecher des Vorstands des KKNMS.

In der aktualisierten Version der Therapieempfehlung und der Patientenaufklärung wird der PML-Fall beschrieben und der Modus der Blutbildkontrollen dargestellt. Das KKNMS empfiehlt eine Bestimmung der Leukozyten- und Lymphozytenzahl im Blut alle sechs bis acht Wochen. Werden bei den Untersuchungen Leukopenien unter 3000/µl oder Lymphopenien unter 500/µl festgestellt, rät das Netzwerk zu einem Aussetzen der Medikation.

Die Reihe der KKNMS-Qualitätshandbücher hat zudem mit der englischen Version der Patientenaufklärung zu Alemtuzumab eine weitere Ergänzung erhalten. Deren Erstellung war aufgrund der gestiegenen Anzahl von Patienten aus dem Ausland, die sich in Deutschland mit Alemtuzumab behandeln lassen, notwendig geworden.

Die aktualisierte Patientenaufklärung zu Dimethylfumarat und die englische Patientenaufklärung zu Alemtuzumab sind als PDF-Version auf der Website des KKNMS abrufbar (http://www.kompetenznetz-multiplesklerose.de/fuer-experten –> Basis- bzw. Eskalationstherapie). Das aktualisierte Qualitätshandbuch zu Dimethylfumarat ist ab sofort in der MS-App des KKNMS verfügbar. Eine Neuauflage der Druckversion erfolgt im Sommer 2015.

Qualitätshandbücher des KKNMS:
Die KKNMS-Qualitätshandbücher sind mit der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), dem Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN), dem Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) und dem Ärztlichen Beirat der Patientenorganisation DMSG abgestimmt. Bereits verfügbar sind Qualitätshandbücher zu den MS-Medikamenten Alemtuzumab, Dimethylfumarat, Fingolimod, Glatirameracetat (nur in der App), Mitoxantron, Natalizumab und Teriflunomid sowie zur Schubtherapie und zur Therapie in Spezialsituationen. Diese werden jährlich aktualisiert und können von Ärzten über die kostenlose KKNMS-App für Android und iOS eingesehen oder ebenfalls kostenfrei über sekretariat@kkn-ms.de bestellt werden (außer Glatirameracetat).

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