Kinderwunsch und Gesundheit: 6 häufige Fragen und Antworten

Kinderwunsch

Die Entscheidung, eine Familie zu gründen, fällt oft lange vor der Geburt des ersten Kindes. Bei den meisten Paaren nämlich erfüllt sich der Kinderwunsch nicht binnen kürzester Zeit. Das wiederum kann verunsichern. Hinzu kommen zahlreiche Medienberichte, welche weitere Verunsicherung stiften und die Kinderwunschzeit zur stressigen Lebensphase machen. Die folgenden sechs Fragen tauchen dabei besonders oft auf.

1. Ist Sport in der Kinderwunschzeit erlaubt? 

Häufig ist zu hören, dass sportliche Aktivität der Erfüllung des Kinderwunschs entgegensteht. Das allerdings ist nicht der Fall. Wer noch nicht schwanger ist, kann jede gewünschte Sportart praktizieren und sollte sich sogar bewegen. Wie Experten herausgefunden haben, kann Sport bei unerfülltem Kinderwunsch eher helfen als schaden. Dies gilt bereits für eine Steigerung des Bewegungspensums. 

Auch während einer Schwangerschaft ist Sport nicht per se verboten. Schwangere sollten sich ärztlich beraten lassen und Aktivitäten vermeiden, bei denen das Verletzungsrisiko hoch ist. Gegen moderate Aktivität spricht jedoch nichts. Auch hier kann ein bewegungsreicher Lebensstil sogar förderlich für die Gesundheit sein und gut auf die Geburt vorbereiten. 

2. Ab wann ist eine Schwangerschaft feststellbar? 

Wann ein Schwangerschaftstest positiv ausfällt, gehört zu den wohl am häufigsten gestellten Fragen in der Kinderwunschzeit. Schließlich wollen Wartende so früh wie nur möglich wissen, ob es diesen Monat funktioniert hat. Die Sensitivität eines handelsüblichen Tests ist jedoch nicht immer gleich. Es lohnt sich daher, nach einem Schwangerschaftstest zu suchen, der schon geringe Konzentrationen des Hormons HCG messen kann. Diese Form wird nicht selten auch als Frühtest bezeichnet. 

Nach einem positiven Test festgestellt wird die Schwangerschaft dann stets in der gynäkologischen Praxis. Ab dem ersten sichtbaren Herzschlag erhalten werdende Eltern dann auch den Mutterpass, der durch die kommenden Monate begleitet. 

3. Verschlechtern Sojaprodukte die Fruchtbarkeit? 

Vor allem vegan lebende Frauen sind in der Kinderwunschzeit besonders verunsichert. Viele Gynäkologen und auch Fachgesellschaften sehen in der Schwangerschaft eine besonders sensible Phase, in der Ernährung eine entscheidende Rolle spielen kann. Gute Planung und das Supplementieren wichtiger Nährstoffe in Absprache mit einer Fachkraft sind daher essenziell. Wer gerne Tofu isst, darf das im Regelfall auch weiterhin tun. 

Häufig taucht dabei jedoch das Thema Soja auf. Kritiker sehen in der Hülsenfrucht ein Risiko für die Fruchtbarkeit, da Soja Phytoöstrogene enthält und die Schilddrüsenfunktion beeinflussen könnte. Hierzu sei gesagt, dass dies nicht für moderate Mengen und normalen Konsum gilt und entsprechende Belege fehlen. Auch in Bezug auf Brustkrebs und Soja weist der Krebsinformationsdienst darauf hin, dass die entsprechenden Daten keinen Zusammenhang bescheinigen. 

Dennoch: Wer an einer Grunderkrankung der Schilddrüse leidet und Hormone nimmt, sollte den Sojakonsum noch einmal fachärztlich abklären lassen. Ein empfohlener Verzicht auf Soja wegen vermeintlicher Antinährstoffe ist jedoch nicht wissenschaftlich begründbar, sofern sich der Konsum in moderaten Bahnen bewegt. 

4. Lohnt sich die Einnahme von Folsäure-Supplementen vor der Schwangerschaft? 

Ja. Folat gehört zu den wichtigsten Vitaminen in der Kinderwunschzeit. Dies ganz besonders, weil Folat das Risiko für das Auftauchen von Neuralrohrdefekten bei Babys deutlich senken kann. Wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung schreibt, empfiehlt sich eine Supplementation von 400 µg pro Tag in der Kinderwunschzeit. Wer erst spät damit startet, kann die Dosis laut DGE auf 800 µg erhöhen. 

5. Wie lange kann es dauern, bis sich der Kinderwunsch erfüllt? 

Das ist von Person zu Person stark unterschiedlich. Die Fruchtbarkeit wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Dies betrifft selbstverständlich nicht nur die später gebärende Person, sondern auch den Partner. Vom stressigen Alltag über das Körpergewicht bis hin zu Ernährung und den Genen gibt es viele Aspekte, die beleuchtet werden müssen, um ein umfassendes Bild zu zeichnen. 

Grundsätzlich weisen Experten immer wieder darauf hin, dass das Alter eine bedeutende Rolle spielt. Schon ab einem Alter von rund 35 Jahren nimmt die Fertilität stetig ab, was die Erfüllung des Kinderwunsches erschwert. 

Paare, bei welchen sich der Traum von der Schwangerschaft auch nach einem halben Jahr bis Jahr nicht erfüllt, sollten fachkundigen Rat einholen. In diesem Fall erfolgen anschließend Untersuchungen der Spermienqualität, der hormonellen Lage und der reproduktiven Organe. Hieraus lassen sich dann gegebenenfalls Handlungsanweisungen oder auch therapeutische Schritte ableiten. 

6. Sind Alkohol- und Tabakkonsum in der Kinderwunschzeit unbedenklich? 

Der Konsum von Alkohol und Tabak- oder Zigarettenrauch ist auch abseits der Kinderwunschzeit nicht unbedenklich. Zahlreiche Studien bescheinigen beiden Stoffen gesundheitsschädigendes und krebserregendes Potenzial. Am besten scheint es also für den Menschen zu sein, sich prinzipiell gegen den Konsum zu entscheiden. 

In der Kinderwunschzeit könnten Alkohol und Zigaretten die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Dies jedoch ist nicht das Hauptproblem, denn meist wissen Paare nicht, wann sich der Kinderwunsch erfüllt. Hier besteht folglich das Risiko, dass bereits Schwangere weiterhin rauchen oder Alkohol trinken und ihrem ungeborenen Kind somit potenziell Schaden zufügen könnten. Wer Schwierigkeiten mit dem Verzicht auf Zigaretten hat, sollte dies mit dem behandelnden Arzt besprechen. 

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