Kinderrücken: Der passende Schulranzen verhindert Haltungsschäden

 In den ersten vier Schuljahren begleitet der Schulranzen das Kind. Um Rückenschäden und Haltungsschäden zu vermeiden, ist ein geeigneter Schulranzen wichtig. Im Grundschulalter sind die Kinderknochen noch weich und deshalb anfällig für Verformungen, die durch einen falschen Schulranzen hervorgerufen werden können. Zudem besitzen Grundschulkinder noch keine große Muskelkraft. Das Tragegewicht des Schulranzens sollte sich dem Körpergewicht des Kindes anpassen und 10-12,5 Prozent des Körpergewichts nicht überschreiten. Zu dem Gewicht des Schulranzens kommen andere Parameter, die den Kinderrücken schonen und Haltungsschäden vorbeugen.

Leergewicht, Fächeraufteilung und Handling

Da der Schulranzen Bücher befördert, sollte auf das Leergewicht geachtet werden. Um den Kinderrücken nicht unnötig zu belasten, ist ein Leergewicht von ca. 1.300 Gramm nicht zu überschreiten. Weiter sollte die Fächeraufteilung derart gestaltet sein, dass ein rückennahes Tragen/Platzieren der Gegenstände in vorgesehenen Innenfächer erfolgen kann. Zudem sollte der Schulranzen über eine komfortable Anhebehilfe verfügen.

Schulterträger und Standboden

Bei den Schulterträgern ist auf mehrere Parameter zu achten. Schulterträger sollten ergonomisch geformt und gut gepolstert sein. Die S-Form spart den Nackenbereich aus und vermeidet schmerzhafte Druckstellen. Zudem wird ein Herunterrutschen von den Schultern verhindert, was zu Haltungsschäden führen kann. Rutschfestes Material und eine Mindestbreite von 4 cm sind ideal. Auf der Schulterhöhe sollten die Schulterträger nahtfrei sein. Deshalb ist darauf zu achten, dass keine reibe- oder druckerzeugende Innennähte vorhanden sind. Schulterträger sollten verstellbar sein (Schulterhöhenverstellung), damit das dichte Platzieren an den Schulterblättern möglich ist. Durch einen verstärkten Boden sollte der Schulranzen sicher und selbstständig stehen können.

Wichtige Eigenschaften für den Rückenschutz

Generell sollte der Schulranzen über ein ergonomisch geformtes Rückenteil verfügen, das der natürlichen Wirbelsäulenform nachempfunden ist. Bei der Rückenkonstruktion ist auf eine ergonomische Konturierung zu achten. Durch die Berücksichtigung der physiologischen Schwingungen der Wirbelsäule wird diese entlastet und die Hauptlast des Schulranzens wird seitengleich entlang der Wirbelsäule übertragen. Deshalb sollte sich der Schulranzen an den Kinderrücken anschmiegen. Sehr gute Beispiele für ergonomisch geformte Schultaschen sind beispielsweise die Modelle des Herstellers ergobag.

Der Schulranzen sollte aus stabilem Material gearbeitet sein, sodass der Inhalt nicht auf den Rücken des Kindes durchdrücken kann. Eine atmungsaktive Rückenpolsterung sorgt für eine ausreichende Belüftung und vermindert die Wärmeentwicklung. Rutschfestes Material sorgt dafür, dass der Schulranzen mittig auf dem Rücken bleibt und nicht hin und her rutscht, was Fehlhaltungen und Falschbelastungen verursacht.

Optimale Verteilung der Last

Für eine optimale Verteilung der Last sorgen abnehmbare Becken- und Hüftgurte, sowie längen- und höhenverstellbare Brustgurte. Durch diese ist der Schulranzen sicher am Körper zu fixieren und das Gewicht kann optimal von den Schultern auf den oberen hinteren Beckenkamm verlagert werden. Mittels eines Tunnelzugs, der über einen Kompressionseffekt verfügt, verdichtet sich der Schulranzen und die Hebelwirkung auf den Rücken wird verhindert. Somit wird der Großteil des Gewichts vom Rücken auf den oberen hinteren Beckenrand übertragen und kann durch den Beckengurt optimal verteilt werden. Diese optimale Verteilung ist wichtig, um Haltungsschäden zu vermeiden. Der Schulranzen sollte optimal auf den Kinderrücken anpassbar sein und über eine Rückenlängenanpassung verfügen. Ein gut eingestellter und passender Schulranzen verlagert das Gewicht optimal und positioniert es körpernah. Dadurch wird die Rückenpartie des Kindes optimal gestützt.

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