Kinderbauch im Blick im Universitätsklinikum Ulm

„130 bis 150 Kinder und Jugendliche im Alter von zwei bis 17 Jahren werden bei uns jährlich behandelt“, beschreibt der Leiter der kindergastroenterologischen Ambulanz und leitende Oberarzt der Kinderklinik, PD Dr. Carsten Posovszky. Die jungen Patient*innen kämen hierfür auch vom Bodensee im Süden oder aus Ostwürttemberg im Norden regelmäßig nach Ulm, weil sie im Universitätsklinikum Ulm von Spezialist*innen versorgt werden. Nur etwa zehn bis 15 von 100.000 Kindern leiden in Deutschland an einer chronischen Darmerkrankung. „Diese Erkrankung ist bei Kindern nicht häufig, aber die Betroffenen brauchen eine Behandlung durch Spezialist*innen“, betont PD Dr. Posovszky, „denn besonders bei jungen Patient*innen verlaufen chronisch entzündliche Darmerkrankungen häufig schwerwiegender als bei Erwachsenen.“ Die Therapie zielt darauf ab, die Entzündung zu stoppen. Dies gelingt durch Medikamentengaben und Ernährungstherapie. „Eine chronische Darmerkrankung hat bei Kindern darüber hinaus erhebliche Auswirkungen auf deren körperliche, geistige und psychische Entwicklung“, weiß der Kindergastroentereologe. Deshalb umfasse die Versorgung in der universitären Spezialambulanz auch eine psychologische und ernährungsmedizinische Betreuung. Der reibungslose Übergang von der Kinder- in die Erwachsenenmedizin, Transition genannt, sollte auch gut vorbereitet sein.

Dies ist auch Thema beim CED-Familientag zu dem die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Uniklinikums Ulm am Samstag, 18. Mai von 10:00 bis 15:00 Uhr einlädt. Herzlich willkommen sind alle betroffenen Kinder- und Jugendlichen, deren Eltern und Geschwister. „In Vorträgen und Workshops möchten wir umfassend über die Erkrankungen informieren und mit den Gesundheitsclowns haben wir auch die Humortherapie im Programm“, sagt PD Dr. Posovszky. Weiterhin soll der Erfahrungsaustausch der Familien untereinander an dem Aktionstag gefördert werden.

Vorschlag für eine Bild-Unterschrift: Chronisch entzündliche Darmerkrankungen verlaufen bei Kindern und Jugendlichen meist anders als bei Erwachsenen. Quelle: Universitätsklinikum Ulm

Hintergrund:
Der Morbus Crohn kann im gesamten Magen-Darm-Trakt von der Mundhöhle bis zum After abschnittsweise auftreten. Die chronische Entzündung durchdringt meist die gesamte Darmwand und kann so zu Fisteln und Abszessen führen. Außerdem können sich narbige oder entzündliche Engen entwickeln, die oftmals operiert werden müssen.

Die Colitis ulcerosa geht in der Regel vom Enddarm aus und reicht unterschiedlich weit bis zum Befall des gesamten Dickdarms. Sie ist zunächst auf die Schleimhaut des Dickdarms beschränkt, kann aber zur Zerstörung der normalen Schleimhaut, narbiger Verkürzung des Dickdarms und sogar zu Krebs führen.
Beide Erkrankungen führen zu Leistungsabfall, Müdigkeit, Appetitverlust, Fieber und Gewichtsverlust. Auch Durchfälle und blutiger Stuhlgang gehören zu den Symptomen.

Kontakt:
PD Dr. med. Carsten Posovszky
Leitender Oberarzt
Universitätsklinikum Ulm
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Tel. 0731-50057391
Email carsten.posovszky@uniklinik-ulm.de

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