„Kinder sind sexuelle Wesen“

Erstmals geht der Hochschulpreis der Evangelischen Hochschule Berlin in den Studiengang Elementare Pädagogik/Kindheitspädagogik. Die Absolventin Nina-Louisa Hebeler erhielt heute im Rahmen von ehb.forscht den mit 1.000 Euro dotierten Gräfin-von-der-Schulenburg-Preis für ihre Abschlussarbeit „Kindliche Sexualität in der pädagogischen Praxis“. In ihrem klaren und fundierten Vortrag skizzierte sie Forschungsansatz und Ergebnisse ihrer empirischen Abschlussarbeit, die auf Basis einer qualitativen Untersuchung in Berliner Kindertagesstätten entstand. Auch die fünf Referent*innen aus den anderen Studiengängen, deren Vorträge sich ebenfalls durch ein hohes wissenschaftliches Niveau auszeichneten und die Bandbreite der forschenden Arbeit an der EHB aufzeigten, gingen nicht leer aus. Sie erhielten ein Preisgeld von jeweils 200 Euro. Darüber hinaus hat erstmals eine Gewinnerin von ehb.forscht die Möglichkeit, ihre Abschlussarbeit mit Unterstützung der Hochschule zu veröffentlichen. Hierbei werden die Autor*innen im Rahmen eines Praxisprojektes sowohl inhaltlich als auch praktisch begleitet und bekommen die nötige finanzielle Unterstützung, um ihre Bachelorarbeiten einem breiten Leser- und Interessentenkreis zugänglich zu machen. Zukünftig soll diese Förderung Bestandteil des „Gräfin-von-der-Schulenburg-Preises“ an der Hochschule werden.

In ihrer Laudatio auf die Preisträgerin hob die betreuende Professorin Dr. Anne Wihstutz neben der wissenschaftlichen Fundiertheit der Arbeit auch die gesellschaftliche Relevanz und Aktualität des Themas hervor. Die Arbeit sei ein wichtiger Baustein für die Forschung in diesem Bereich. Wie wichtig die Auseinandersetzung mit dem Thema kindliche Sexualität in der pädagogischen Praxis sei, zeige auch das anhaltende öffentliche Interesse an dem Thema, nicht zuletzt ausgelöst durch die Debatte um Kindesmissbrauch. Dazu kommen die wachsenden Anforderungen an das pädagogische Personal, das Thema auf der Grundlage professioneller Handlungsstrategien konstruktiv in den pädagogischen Alltag einzubinden. Die Ergebnisse der leitfadengestützten Interviews von Nina-Louisa Hebeler zeigen einerseits, dass die befragten Pädagog*innen ein umfassendes Verständnis für kindliche Sexualität und ihre vielfältigen Ausdrucksformen haben. Andererseits jedoch auch die Notwendigkeit, die Wahrnehmung der Erzieher*innen dafür stärker zu schulen. Zudem wünschten sich die Pädagog*innen mehr Fachwissen zu diesem Thema, um ihre Handlungen zu professionalisieren. Die Autorin schloss ihre Ausführungen mit der Empfehlung an die Ausbildungsstätten und Hochschulen, ihre Curricula diesbezüglich zu evaluieren und die Ausbildungsinhalte dementsprechend anzupassen.

Nina-Louisa Hebeler ist Bachelor of Arts in Elementarer Pädagogik und staatlich anerkannte Erzieherin. Die Mutter einer Tochter war zunächst Regieassistentin am Theater und Assistenz bei den Berliner Filmfestspielen, bevor sie für mehrere Jahre ins Ausland ging. 2010 begann sie das Studium an der EHB im Studiengang Elementare Pädagogik, das sie 2013 abschloss. Während dieser Zeit wurde sie auch durch das Deutschlandstipendium gefördert. Ihre beruflichen Pläne schließen neben der praktischen Arbeit als Erzieherin auch die weitere wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema ein. Dazu gehören sowohl die Aufnahme eines Masterstudiums an der EHB im kommenden Jahr als auch der Wunsch, sexualpädagogische Konzepte in Kitas mit zu entwickeln.

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