Kinder lernen vom „Coach Pferd“

(djd). Nichts wie raus: Frisches Grün und Frühlingsluft machen in der wärmeren Jahreszeit wieder Lust auf Bewegung in der Natur. Reiten verbindet beides – und ist zudem für Kinder und Jugendliche eine sinnvolle Sportart. Denn wie eine aktuelle, repräsentative Studie im Auftrag der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) belegt, hat der jahrelange Umgang mit Pferden einen positiven Einfluss auf die charakterliche Entwicklung.

Reiten vermittelt ein gesundes Selbstbewusstsein

Wer hat das nicht schon beobachtet: Pferde traben im Wald vorbei, tänzeln, schnauben aufgeregt, und dann ist es so weit: Die Pferde sausen im Galopp über den federnden Waldboden. Die Reiter lachen, scheinen eins zu sein mit der Natur. Glücksmomente, die das Leben bereichern.

Viele Reiter erleben solche Momente regelmäßig. Sie schätzen sich als naturverbunden, sportlich und aktiv ein. Zudem fühlen sie sich durch ihr Hobby auch ausgeglichen und zufrieden. Und das in viel höherem Maße als Nicht-Reiter, so ein weiteres Studienergebnis. Doch Reiten macht nicht nur froh, es prägt offenbar auch den Charakter. Der Umgang mit Pferden scheint positive Charaktereigenschaften wie Führungs- und Durchsetzungsstärke, Zielstrebigkeit, Begeisterungsfähigkeit, Wettbewerbsorientierung, aber auch Ausgeglichenheit und Belastbarkeit zu fördern, ergab die Untersuchung. Bei all diesen Eigenschaften wiesen Reiter deutlich höhere Ausprägungen auf als die Vergleichsgruppe der Nicht-Reiter.

Feine Antennen für das Verhalten anderer

Auch im zwischenmenschlichen Bereich zeigten sich Unterschiede. „Der enge Kontakt mit dem Tier erfordert viel Einfühlungsvermögen und Sensibilität für die feine Körpersprache der Pferde. Diese Fähigkeiten kommen Reitern auch im Umgang mit anderen Menschen zugute“, betont Soenke Lauterbach, Generalsekretär der FN. Davon profitieren vor allem junge Leute. Sie finden im Pferd einen Freund, dem sie ihre Sorgen erzählen können – und lernen von ihm „fürs Leben“.

Details zur Studie

Untersucht wurden 411 Reiter und parallel dazu 402 Nicht-Reiter im Alter von 14 bis 65 Jahren, von denen 91 Prozent Frauen und neun Prozent Männer waren. Um den Persönlichkeitsunterschieden auf die Spur zu kommen, wurden spezielle Verfahren eingesetzt, die mit Hilfe der Reaktionszeit unbewusste Inhalte wie Persönlichkeitseigenschaften messbar machen. Die Studie wurde vom Institut decode (Hamburg) durchgeführt. Auf der Webseite der Deutschen Reiterlichen Vereinigung sind Details der Studie unter http://www.pferd-aktuell.de nachzulesen.

Scroll to Top