Kind-Philipp-Preis 2012 geht nach Essen

Das Neuroblastom ist die dritthäufigste bösartige Neubildung des Kindesalters. Etwa eines von 5000 Kindern ist betroffen. In Deutschland erkranken jährlich rund 150 Kinder. Bei Diagnosestellung sind die kleinen Patienten durchschnittlich zwei Jahre alt. Die Symptome des Neuroblastoms sind stark von dessen Lokalisation abhängig. Bei Auftreten im Brustbereich kann es zu Luftnot, bei Tumoren des Unterleibs zu unspezifischen Bauch- und Rückenschmerzen, Harnwegs- und Darmproblemen kommen. Die Diagnose erfolgt in den Frühstadien meist per Zufallsbefund.
In zwei hochrangig publizierten Studien befasste sich Schulte und sein Team mit den molekularen Grundlagen bei der Entstehung von Neuroblastomen. Die Ergebnisse bieten konkrete Ansätze zur Entwicklung neuer Therapieverfahren, insbesondere für Hochrisikopatienten. Denn trotz maximaler Intensivierung verfügbarer Therapien können zurzeit nur etwa 50% der Kinder mit Neuroblastomen geheilt werden. Die besondere Leistung sahen die Preisrichter darin, dass der junge Mediziner die neuen Erkenntnisse molekularer Zusammenhänge unmittelbar in Vorarbeiten zur Etablierung gezielter translationaler Therapieansätze eingebracht hat.
Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird von der Kind-Philipp-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft verliehen. Die Stiftung fördert die Erforschung von Leukämie- und Krebserkrankungen im Kindesalter. Jedes Jahr schreibt die Stiftung den „Kind-Philipp-Preis für pädiatrisch-onkologische Forschung“ für die beste wissenschaftliche Arbeit deutschsprachiger Autoren auf diesem Gebiet aus.

Die Preisverleihung findet im Rahmen der 81. wissenschaftlichen Tagung der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) am Freitag, den 24. Mai 2013 um 17:15 Uhr im Hotel Mercure Tempelhof Berlin, Hermannstraße 214-216, 12049 Berlin, statt.

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