Kind-Philipp-Preis 2010 geht nach Ulm

Die akute, lymphatische Leukämie ist die häufigste Krebserkrankung bei Kindern und Jugendlichen. 80 % der Erkrankten können dauerhaft geheilt werden, jedoch bei jedem fünften Patienten kommt es zum Therapieversagen und einem Rückfall. Häufig sind Rezidive mit einer schlechten Prognose verbunden. Die frühzeitige Identifizierung der Risikogruppe ist mit den heute verfügbaren Methoden nicht zuverlässig möglich. Umso dringlicher erscheint die Etablierung von Verfahren, die hier ansetzen.
Den Ulmer Onkologen Lüder Hinrich Meyer und Sarah Mirjam Eckhoff aus der Arbeitsgruppe von Klaus-Michael Debatin ist es gelungen, die Genmuster zu identifizieren, die für die Ausprägung dieses aggressiven Leukämietyps charakteristisch sind. Auf dieser Grundlage haben sie einen Klassifikator entwickelt, der die Hochrisikogruppe unter den Leukämiepatienten eindeutig definiert. Zudem fanden die beiden Krebsforscher anhand der beobachteten Genexpressionsmuster Hinweise auf die Veränderung von physiologischen Abläufen, die für das Wachstum und die Differenzierung in Leukämiezellen verantwortlich sind. Dies ermöglicht einen Zugang zu neuen Therapieansätzen.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird von der Kind-Philipp-Stiftung im Stifterverband verliehen. Die Stiftung fördert die Erforschung von Leukämie- und Krebserkrankungen im Kindesalter. Jedes Jahr schreibt die Stiftung den „Kind-Philipp-Preis für pädiatrisch-onkologische Forschung“ für die beste wissenschaftliche Arbeit deutschsprachiger Autoren auf diesem Gebiet aus.
Die Preisverleihung findet im Rahmen des Kind-Philipp-Symposiums der 77. wissenschaftlichen Tagung der Gesellschaft für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie (GPOH) am Freitag, den 20. Mai 2011 um 17:00 Uhr im Audimax der Charité Berlin, Campus Virchow-Klinikum, Augustenburger Platz 1, statt.

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