Kein Geld zum Fenster hinauslassen

(djd). Wenn die Temperaturen draußen in den Keller fallen, laufen die Heizungen in den Wohnräumen auf Hochtouren. Das hat seinen Preis: Die mollig warmen vier Wände kommen die Verbraucher ziemlich teuer zu stehen, denn immerhin sind nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur (dena) die Heizkosten seit 1995 um 170 Prozent gestiegen. Doch wer seinen Energieverbrauch spürbar drosseln möchte, muss deshalb nicht frieren.

Ohne Wärmeverluste lüften

Durch eine kontrollierte Wohnungslüftung beispielsweise lassen sich in einem Neubau die unerwünschten, kostspieligen Wärmeverluste bis zur Hälfte reduzieren und im Gegenzug der Wohnkomfort deutlich erhöhen. Es gehört heute zum modernen Baustandard, die Außenhüllen der Wohngebäude mit einer möglichst starken und luftdichten Wärmedämmung auszustatten. „Damit das luftdichte Verpacken der Gebäudehülle energetisch einen Sinn ergibt und im Alltag realisierbar bleibt, ist dringend eine automatische Lüftungslösung notwendig“, erklärt Diplom-Ingenieurin Barbara Kaiser, Leiterin der Abteilung Raumlüftung beim Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. (BDH). Denn ohne eine automatische Vorrichtung für einen geregelten Luftaustausch entsteht nicht nur bald ein ungesundes Raumklima durch zu hohe CO2-Werte und andere Schadstoffe. Auch der energetische Sinn der Dämmung wird ad absurdum geführt. „Jeder Mensch braucht etwa 30 Kubikmeter Frischluft pro Stunde, um sich wohlzufühlen“, erläutert Expertin Kaiser. „Theoretisch ist dieser Wert auch zu erreichen, wenn in einem modernen Haus alle zwei Stunden für fünf Minuten von Hand durchgelüftet wird. Dann geht allerdings auch die aufwendig im Gebäude eingedämmte Wärme wieder zum Fenster hinaus.“

Ohne Mühe nachrüsten

Eine Lösung für dieses Dilemma besteht in der Installation einer kontrollierten Wohnungslüftung. Diese regelt automatisch den notwendigen Luftaustausch und minimiert dadurch die Lüftungswärmeverluste. Der Markt bietet heute eine Vielzahl von Systemlösungen für jeden Baubestand und Geldbeutel. Durch den Einsatz von bedarfsgeführten Abluftanlagen lassen sich bereits 20 Prozent Energie einsparen. Diese Systeme belüften, auch im Zuge einer Nachrüstung, recht einfach und mit einer kleinen Investition die Wohneinheit in ausreichendem Maße. „Zentrale Wohnungslüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung können sogar bis zu 90 Prozent der Wärme aus der Abluft auf die Zuluft übertragen und damit die Heizkosten um 30 bis 50 Prozent reduzieren“, weiß Barbara Kaiser. Ein Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung ist zudem in der Lage, etwa das 15-fache an Wärmeenergie aus der Abluft im Gebäude zurückzuhalten, wie es selbst an Strom für seinen Betrieb benötigt.

Mehr zum Thema Wohnungslüftung gibt es unter http://www.wohnungs-lueftung.de, dem Verbraucherinformationsportal des BDH und des Fachverbands Gebäude-Klima e.V. (FGK).

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